Kommentar

Der Kanton Zug als Risiko für die Nachbarn– und für sich selbst

Der Kanton Zug ist Corona-Risikogebiet. Das kratzt am internationalen Ruf. Wobei das noch von untergeordneter Wichtigkeit ist. Vielmehr müssen sich die Zugerinnen und Zuger jetzt endlich ernsthaft mit der Pandemie und mit sich selber beschäftigen, ist Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung», überzeugt.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

Es war zu erwarten, angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen im Kanton Zug und in den Nachbarkantonen. Unsere Nachbarn in Deutschland haben neben anderen Zentralschweizer Kantonen, den Kanton Zug ab heute zum Risikogebiet erklärt.

Was bedeutet das? Zunächst nicht viel – es sei denn man möchte in Deutschland einkaufen oder Ferien verbringen. Dann müssen Personen, die aus dem Kanton Zug beispielsweise in Bayern oder Baden-Württemberg einreisen wollen entweder einen negativen Coronatest vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, oder sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben.

Damit sorgt der Kanton Zug – neben seinem Ruf als Finanzplatz – international für eine gewisse Aufmerksamkeit. Diese ist leider negativer Natur. Man kann argumentieren, dass der Kanton alles Mögliche getan habe, um genau eine derartige Situation zu vermeiden. Das trifft auf die Anordnung verschärfter Massnahmen – beispielsweise die Maskenpflicht in Läden – zu. Nur haben die Behörden nicht mit der Widerborstigkeit gewisser Bevölkerungsteile gerechnet.

Die Fragen, die aktuell jede Zugerin, jeder Zuger für sich beantworten muss, sind doch die: Will ich zum Risiko für andere Menschen werden? Will ich, dass andere Menschen für mich zum Risiko werden? Wenn Sie diese Fragen mit Nein beantworten können, dann gibt’s nur Eines: Mit der Schutzmaske leben (lernen). Denn diese schützt, auch wenn Skeptiker anderes behaupten, Sie – und Ihre Mitmenschen.