Der Kanton Zug als Totengräber der Familie

Zum Kantonsratsentscheid vom 27. November

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In der Sitzung vom 27. November wurde darüber abgestimmt, ob der Kanton Zug sämtliche Gemeinden zwingen soll, ihre Schulergänzende Betreuung (SEB) als sogenannte Tagesschule anzubieten. Ich verwende bewusst das Wort Zwang, denn sämtliche 11 Zuger Gemeinden haben sich in der Vernehmlassung gegen eine vom Kanton befohlene, gebundene Tagesschule ausgesprochen. Als Trostpflaster für die Bevormundung der Gemeinden soll sich der Kanton finanziell an den Kosten beteiligen. Wie diese Beteiligung aussehen wird, ist aber nicht definiert. Definitiv werden aber enorme Kosten entstehen, da viele Gemeinden in Neu- oder Umbauten investieren müssen, um diese Vollbetreuung von 7 bis 18 Uhr für sämtliche Schüler anbieten zu können. Als noch schlimmer als das Übergehen des Willens der Gemeinden empfinde ich aber, dass die traditionelle Familie, wo Betreuung, Erziehung und Mittagstisch noch innerhalb der Familie stattfinden, ins Offside gestellt und als Auslaufmodell abgestempelt wird. Man muss nämlich wissen, dass bei einer gebundenen Tagesschule alle Schüler automatisch für die Vollbetreuung angemeldet sind. Die Eltern müssen dann aktiv werden, um ihre selbstbetreuten Kinder von den nicht gewünschten Leistungen abzumelden. Da solch ein Ausbau des Angebotes noch stärker mit Steuern subventioniert werden muss, entsteht die Situation, dass mit den Steuern der Selbstbetreuenden mit einem Einkommen die Betreuung der Kinder von Doppelverdienern finanziert wird. Das ist doch absurd, finden Sie nicht auch? Heute getraut sich eine Mutter schon gar nicht mehr zu sagen, dass ihr Job «nur» daraus besteht, für das Wohl der Familie und der Kinder besorgt zu sein. Denn sie wird nach einer solchen Aussage von ihren berufstätigen, immer gestressten Kolleginnen nur mitleidig belächelt. Das kann es doch nicht sein! Bezeichnend für das gestörte Verhältnis unserer Gesellschaft zur Familie ist die Tatsache, dass während der Debatte im Rat nicht ein einziges Wort über das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder verloren wurde. Thema waren nur die Bedürfnisse der Wirtschaft und die Wünsche der Eltern. Kinder haben eben keine Lobby! Ich bin sehr konsterniert darüber, dass sich nicht ein einziges Mitglied des Kantonsrates ausserhalb der Fraktionen der FDP und SVP für die Familie und gegen die Verstaatlichung der Kinderbetreuung und Erziehung ausgesprochen hat.

Emil Schweizer, Präsident SVP Neuheim