Der Kanton Zug beteiligt sich mit 5 Millionen Franken am Bundesprogramm für Start-ups

Der Regierungsrat hat sich dazu entschlossen, zukunftsfähige Start-ups zu unterstützen, die durch die Coronapandemie in ihrer Existenz bedroht sind. Ein darüber hinaus reichendes Hilfspaket lehnte er aber ab.

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Zug gilt als Crypto Valley.

Zug gilt als Crypto Valley.

Stefan Kaiser (zuger Zeitung) / Zuger Zeitung

(bier) Der Kanton Zug nimmt ab dem 27. Mai am Bundesprogramm zur Erweiterung des Bürgschaftswesens teil und verbürgt bis 5 Millionen Franken für Start-ups. Das schreibt die Finanzdirektion in einer Medienmitteilung. Die Bürgschaftsgarantie für Zuger Start-ups umfasst insgesamt knapp 15 Millionen Franken, wovon 5 Millionen durch den Kanton und 10 Millionen Franken durch den Bund getragen werden, heisst es weiter.

Im Rahmen dieses Programms können Start-ups bis zum 31. August 2020 einen Antrag stellen, um von Bürgschaften des Bundes und des Kantons zu profitieren. Der Bundesrat hatte diese Unterstützung in der Gesamthöhe von 154 Millionen Franken am 22. April angekündigt.

Die Beweggründe für den Regierungsrat, sich daran zu beteiligen, sind laut dem Finanzdirektor Heinz Tännler in besagter Mitteilung: «Eine Umfrage der Swiss Blockchain Federation im April hat gezeigt, dass mehr als zwei Drittel derjenigen Start-ups, die einen Covid-19-Bürgschaftskredit beantragt haben, diesen nicht erhalten haben. Uns ist klar, dass wir jetzt handeln müssen, da der Kanton Zug mit dem Crypto Valley über eines der weltweit grössten Ökosysteme für Blockchain-Start-ups verfügt.»

Die Auswahl ist knifflig

Das neue Bürgschaftsprogramm ist grundsätzlich gleich strukturiert, wie jenes der Covid-19-Bürgschaftskredite. Start-ups können bei einer beliebigen Bank einen Kredit beantragen, der unmittelbar durch eine Bürgschaftsgenossenschaft und mittelbar durch den Bund (65 Prozent) und den Kanton Zug (35 Prozent) verbürgt ist.

Die Auswahl der Start-ups für dieses Programm obliegt den Kantonen. Der Regierungsrat hat sich dazu entschlossen, nur zukunftsfähige Start-ups zu unterstützen. Allerdings haben Start-ups grundsätzlich ein hohes Ausfallrisiko zu verzeichnen. «Im Voraus zu bestimmen, wer die Gewinner von morgen sind, ist äusserst anspruchsvoll», wird der Zuger Finanzdirektor Tännler zitiert. Die Selektion der Start-ups erfolgt daher in Zusammenarbeit mit verwaltungsexternen Experten, welche zuhanden der Finanzdirektion die Gesuche vorprüfen und die Entscheidgrundlagen aufbereiten werden.

Keine zusätzlichen Millionen

Heinz Tännler, der Präsident der Swiss Blockchain Federation, wollte gemäss einem Beitrag in der «Sonntagszeitung» noch weiter gehen. Ein weiterer Bundesfonds unter Zuger Führung sollte rund 100 Millionen Franken Unterstützung speziell für Kryptofirmen bereitstellen. Dies lehnte der Gesamtregierungsrat aber ab.