Der Kanton Zug unterstützt Fasnacht nicht

Die finanzielle Unterstützung von Fasnachtsvereinen ist Sache der Gemeinden. Das musste auch die Fröschenzunft Ebel erfahren.

Tijana Nikolic
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Die Holztafeln werden zur Fasnachtszeit von der Fröschenzunft rund um Inwil platziert. Dieses Jahr feiern die «Frösche» ihr 75-jähriges Jubiläum.

Die Holztafeln werden zur Fasnachtszeit von der Fröschenzunft rund um Inwil platziert. Dieses Jahr feiern die «Frösche» ihr 75-jähriges Jubiläum.

Bild: Maria Schmid (Baar, 16. Februar 2020)

Die Enttäuschung war gross bei der Fröschenzunft Ebel aus Inwil. Nämlich als ihr Gesuch für eine finanzielle Unterstützung für ihr Buchprojekt zum 75-Jahr-Jubiläum vom Kantonalen Amt für Kultur abgelehnt wurde. Das teilen sie in einer E-Mail an die Redaktion mit. «Zum Jubiläum wollte die Fröschenzunft Ebel mit dem Buch etwas schaffen, das weit über die Fasnacht hinausgeht», sagt Ernst Bürge vom Jubiläums-OK. Der 77-Jährige hat das 112-seitige, grasgrüne Buch mit dem Titel «Das freut de Frosch» geschrieben und erhoffte sich einen Zustupf vom Kantonalen Lotteriefonds, der jedoch ausblieb. «In der Öffentlichkeit gilt die Fasnacht als grosses Kulturgut. Es ist nicht fair, dass dies nicht finanziell unterstützt wird», so Bürge. 15 000 Franken habe der Erstdruck von 250 Buchexemplaren gekostet.

Aldo Caviezel, Leiter Amt für Kultur des Kantons Zug, verweist auf Anfrage auf die Richtlinien zur kantonalen Kulturförderung, die online ersichtlich sind. Darin ist deutlich festgehalten, dass rein gemeindliche Veranstaltungen, worunter die Fasnacht falle, nicht unterstützt werden. «Die Kulturkommission erachtet die Finanzierung der Fasnacht sowie der Bundesfeier, diversen Märkten, Dorffesten oder Neujahrsempfängen als Aufgabe der Gemeinden oder der Stadt», sagt Caviezel. Die Fasnachtszünfte und alle noch so kleinen Vereine seien sehr wichtig für die kulturelle Vielfalt sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Jedoch seien sie auch in der Verantwortung der Gemeinden zu pflegen und zu fördern. In anderen Kantonen seien diese Vorgaben noch viel strenger. «Pro Jahr bekommen wir vom Amt für Kultur etwa 350 bis 400 Gesuche zu Gewährungen von Kulturprojekten für Kulturschaffende. Rund 50 bis 100 davon werden abgewiesen», so Caviezel.

Der Erlös soll immerhin die Kosten decken

Die Fröschenzunft Ebel hat schlussendlich eine Unterstützung der Gemeinde Baar bekommen: «Sie war sehr grosszügig zu uns», sagt Ernst Bürge von der Zunft. Ganz Kostendeckend war der Beitrag nicht, dafür müssten die Frösche noch einige Exemplare des Buches unters Volk bringen. In dem Werk werden frühere und aktuelle Zunftmeister vorgestellt, es wird erklärt, was ein Zunftmeister macht und welche Rolle die Frösche genau haben.

Letzten Monat haben die Frösche das Jubiläum drei Tage lang gefeiert und erhoffen sich auch aus den Einnahmen des Festes einen guten Erlös: «Wir haben noch nicht fertig abgerechnet. Ein Gewinn wäre uns nicht wichtig, da wir das Buch nicht gemacht haben, um daran zu verdienen», sagt Bürge. «Es wäre jedoch schön, wenn der Erlös immerhin kostendeckend wäre.»

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