Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der Kanton Zug wagt es wieder, in die Höhe zu gehen

Marco Morosoli über die «Priorisierung der Hochbau-Projekte 2018–2026».
Marco Morosoli
Marco Morosoli

Marco Morosoli

Wie es mit dem alten Kantonsspital an der Arther­strasse in Zug weitergehen soll, ist seit Jahren eine viel gestellte Frage. Nach dem Nein der Stadtzuger zum Projekt Belvedere im September 2008 herrschte diesbezüglich eine längere Funkstille. Immerhin hat sich der Kanton bewegt und die Liegenschaft zur Zwischennutzung freigegeben. So sind dort heute Asylbewerber untergebracht. In anderen Räumlichkeiten hat der Türkische Verein Zug eine temporäre Heimstätte gefunden. Aber es ist allen bewusst, dass diese Lösung kein Dauerzustand sein kann. Schon allein deshalb, weil das Grundstück viel mehr Geld abwerfen könnte als mit der gegenwärtigen Nutzung. Bei den klammen Zuger Finanzen werden ja neue Einkünfte händeringend gesucht.

Noch länger kein Konzept hat der Kanton beim Theilerhaus an der Hofstrasse. Mittlerweile ist die Baute, die seit 1998 dem Kanton gehört, hinter der schönen Fassade so verkommen, dass nur noch die komplette Auskernung im von der Landis & Gyr im Jahre 1896 erstellten Gebäude eine weitere Nutzung ermöglicht. Es ist vorgesehen, dass das Verwaltungsgericht dort einziehen soll.

Doch nun kommt endlich wieder Bewegung in die kantonale Hochbau-Flaute. Anfang Dezember hat die Baudirektion ein Konzept vorgestellt, wie es mit den unternutzten oder kaum genutzten Liegenschaften dereinst weitergehen soll. Das Papier nennt sich «Priorisierung der Hochbau-Projekte 2018–2026». Die vom Zuger Baudirektor Urs Hürlimann vorgestellten Projekte sollen insgesamt rund 340 Millionen Franken kosten. Der jetzt von Baudirektor Urs Hürlimann vorgestellte Fahrplan ist durchaus ambitioniert, weil er verschiedene Projekte in einer vorgegebenen Zeitachse erstellen will.

Als Erstes soll der ZVB-Hauptstützpunkt an die Hand genommen werden. Dieses Projekt hat mehr und mehr das Potenzial einer giftigen Frucht, die niemand berühren und noch viel weniger essen will. Statt einmal alle Zahlen auf den Tisch zu legen, wird seit Monaten Geheimniskrämerei betrieben. Die ZVB-Verantwortlichen verweisen an den Kanton, der Kanton wählt die andere Richtung. Die kürzlich genannte Zahl von 188 Millionen Franken stammte aus einem Arbeitspapier aus dem Jahre 2013, als der Kantonsrat einen Projektierungskredit für den ZVB-Hauptstützpunkt gesprochen hat. Mittlerweile droht dem Projekt schon viel früher der Totalabsturz, denn das neue Raumplanungsgesetz macht es notwendig, solche wichtigen Punkte des öffentlichen Verkehrs im Richtplan festzusetzen. Einige Kantons­räte sind sich nicht mehr sicher, ob der jetzige Standort an der Aa auch tatsächlich der richtige ist. Es gehe hier ja eigentlich um eine Perle mitten in der Stadt Zug. Es verwundert denn auch nicht, dass die Stadt sich schwertut, dem Vorhaben den Segen zu geben. Nun muss der Stadtrat auch über einen Vorstoss befinden, der den ZVB-Hauptstützpunkt lieber im Göbli sähe.

Die Zukunft des ZVB-Hauptstützpunktes am gegenwärtigen Ort ist denn auch das schwächste Glied in der Vorwärtsstrategie des Kantons. Wie auch immer es dort weitergeht, direkt betroffen ist der Kanton jedoch genau genommen nur am Rande. Das Verwaltungsgericht, das derzeit im ZVB-Haus einquartiert ist, soll ja ins Theilerhaus umziehen.

Hingegen machen die weiteren Hochbau-Projekte des Kantons nur dann Sinn, wenn sie auf der vom Kanton Zug vorgezeigten Zeitachse gebaut oder saniert werden können. Deshalb muss zuerst die neue Durchgangsstation in Steinhausen erstellt werden, bevor der Spatenstich beim alten Kantonsspital anberaumt wird. Denn die Asylbewerber, die jetzt noch in Zug einquartiert sind, müssen zügeln können. Das Verwaltungsgericht kann derweilen erst ins Theilerhaus einziehen, wenn dieses saniert ist. Zudem soll in dessen naher Umgebung unter anderem ein unterirdischer Kulturgüterschutzraum eingerichtet werden.

Eines ist klar: Die vom Regierungsrat gewählte Strategie ist ambitioniert, denn das Planen ist das eine. Es braucht zur Umsetzung auch die Mitwirkung der Gemeinden Zug und Steinhausen, auf deren Stufe die Bebauungspläne genehmigt werden müssen. Zudem hat der Kanton erst eine Blaupause, wie die verschiedenen Bauten auf dem Areal des alten Kantons­spitals dereinst aussehen sollen. Fürs alte Kantonsspital müssen zudem auch noch Investoren gesucht werden, da es ja nicht eine staatliche Aufgabe ist, die dort vorgesehenen Wohnungen wie auch das Hotel zu errichten und zu betreiben. Eine weitere Stolperfalle sind allfällige Einsprachen. Der Mut des Regierungsrates, endlich wieder zu bauen, ist jedoch zu loben, denn es hat wegen der klammen Finanzen im Hochbau mehr oder weniger Stillstand geherrscht.

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.