Leserbrief
Der Kunstkubus hat Besseres verdient

«Seine Seebilder kommen endlich ans Licht», Ausgabe vom 26.April

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Enttäuschung. Enttäuschung ist mein Gefühl, wenn ich an die Ausstellungseröffnung im Kunstkubus Cham vom 23.April denke. Erwartet habe ich nach der langen, pandemiebedingten Fastenzeit von analogen Kunstausstellungen einen ganz besonderen Happen an Kunst, etwas Lebendiges, das meinen Hunger nach «Wow», nach Originellem, nach Lachen und auch nach einem guten Gefühl im Bauch stillt. Meine Erwartungen wurden tief enttäuscht. Ich habe die Ausstellung und vor allem das Eröffnungsprozedere als fade und dilettantisch, fast peinlich erlebt. Dieser Kunstkubus in Cham hat Besseres verdient. Ich bin überzeugt, es gibt viele lebendige, kreative, junge Künstler, die an diesem Ort tolles zeigen könnten.

Wir reden von einem öffentlichen Raum, der von öffentlichem Interesse ist, aber zurzeit von einem Verein in einer sehr konventionellen Art bespielt wird. Ich vermisste in der schwierigen Pandemiezeit kreative, nährende Aktivitäten, gerade in einem so kleinen Raum wie dem Kunstkubus.

Das ganze Gebäude, innen und aussen, schreit geradezu nach neuen Sichtweisen. Macht etwas daraus, etwas Lebendiges! Lasst Kunstschaffende ans Werk, lasst sie das Objekt entwickeln, lasst sie an Ort und Stelle arbeiten, sich und ihre Arbeiten zeigen. Wir brauchen mutige Kunst und nicht Seefötteli – bitte, bitte, bitte.

Marcel Robert Schneider, Cham