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Der Liebe wird in Zug mit Gesangseinlagen gehuldigt

Elf Gesangsgruppen sind beim Chrööpfelimee am Sonntag in Zug aktiv gewesen. Nicht nur die Besungenen wussten das zu schätzen.

Lena Dysli
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Dieser Chor beim Theater Casino Zug verdeutlicht mithilfe von Ballons, worum es beim Chrööpfelimee geht.
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Die Gruppe Laut und Luise erfreut sich am eigenen Einsatz.
Zwei Paare feiern im "Rathauskeller" Perlenhochzeit.
Auch Engel sind in Zug unterwegs – die Gruppe Tonique.
Der Prosecco Chor aus Menzingen empfängt die Gaben. Hier nimmt Ernst Roth eine Weinflasche entgegen.
Die Besungenen freuen sich auf dem Balkon der Villa Staub an der Chamerstrasse.
Der Chrütli Chor mag es bunt.
Die Jodel AG macht nur scheinbar auf Abbruch.
Auch die Passanten erfreuen sich an den Darbietungen.

Dieser Chor beim Theater Casino Zug verdeutlicht mithilfe von Ballons, worum es beim Chrööpfelimee geht.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. März 2020)

Die Weihnachtslichter waren schon längst wieder in Kisten verstaut worden, und auch Fasnachtsverzierungen schmückten keine Schaufenster mehr. Trotzdem war es am frühen Sonntagabend nicht still in manchen Zuger Strassen. Erneut zogen Kostümierte um die Häuser. Statt laute Guggenmusik hallten jedoch leise Lieder in den Gassen – einmal mehr war Chrööpfelimee-Zeit.

Die abendliche Kühle hielt das Publikum nicht davon ab, den Liebesklängen zu folgen und gemeinsam mit den Singenden umherzuziehen. Die insgesamt elf Gesangsgruppen zogen von Haus zu Haus und sangen überall da, wo rote Lichtlein brannten und Verliebte die Sängerinnen und Sänger sehnlichst erwarteten. Am diesjährigen Anlass liessen sich 14 Paare besingen. Darunter waren auch Perlenhochzeits-Feiernde, die freudig vom Balkon oder aus offenen Fenster herabsahen. Am Ende des Gesangs schwebte, an einem Seil hängend, ein Korb mit Wein und Krapfen zur Gruppe hinab. Doch die Sänger gaben sich nicht schnell zufrieden und forderten gerne mehr Gaben, indem sie aus voller Kehle «Chrööpfelimee!» schrien. Ganz so, wie es die Tradition verlangt.

Früher war es üblich, dass sich zur Fasnachtszeit junge Leute kennen lernten und Gefallen aneinander fanden. Um ihre Liebe öffentlich zu machen, stellte des Mädchen eine rote Laterne an das Fenster, sodass am Sonntag nach dem Aschermittwoch der junge Mann das Elternhaus auch finden würde. Am Sonntag dann, mit singenden Freunden in Begleitung, zogen alle gemeinsam durch die Gassen, wobei der Mann seine Liebe in aller Öffentlichkeit bekannt machte. Dabei wurden Rotwein und Krapfen aufgetischt. Dieser Zuger Brauch zählt seit 2012 zum immateriellen Weltkulturerbe der Unesco.