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Hingeschaut: Der Liegende und sein Lamm

Mit dem Bau der Schulanlage Guthirt in den 1950er-Jahren hielt auch Kunst Einzug auf dem Areal. Der Schulhausbrunnen ist eines der frühesten Kunstwerke des Bildhauers Josef Rickenbacher im öffentlichen Raum Zugs.
Andreas Faessler
Der Schulhausbrunnen in der Anlage Guthirt ist eines der frühesten Kunstwerke des höchst schaffenskräftigen Steiner Bildhauers im öffentlichen Raum Zugs. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 3. Juli 2019)

Der Schulhausbrunnen in der Anlage Guthirt ist eines der frühesten Kunstwerke des höchst schaffenskräftigen Steiner Bildhauers im öffentlichen Raum Zugs. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 3. Juli 2019)

Die vom Zuger Architekten Godi Cordes entworfene Schulanlage Guthirt entstand zwischen 1952 und 1955 gemäss dem damals verbreiteten Typus einer sogenannten «Pavillonschule», bei welcher längliche, verhältnismässig niedrige Bauten vorherrschen und die unmittelbaren Aussenbereiche in den Schulraum mit einbeziehen. Selbstredend, dass diese zuweilen weitläufigen Aussenbereiche entsprechend konzipiert und gestaltet sind, so dass die Schulanlage als in sich geschlossene Einheit erkennbar wird.

Am Ende des ausladenden Pausenplatzes, unmittelbar vor dem 2013 vollendeten Erweiterungsbau der Schule, steht eine Brunnenanlage, die 1954 vom Bildhauer Josef Rickenbacher (1925–2004) für das damals kurz vor der Vollendung stehende Schulgelände Guthirt angefertigt worden ist.

Der gute Hirte
vom Guthirt

Der Brunnen aus weissem Jurakalkstein besteht aus einem flachen und somit «kindergerechten» Steinbecken mit nahezu quadratischem Grundriss. Eine muldenartige Vertiefung mit unregelmässiger Form nimmt das Wasser auf, welches über eine schmale Überlaufrinne abfliesst. Auf dem rückwärtigen Beckenrand hat der Bildhauer eine Figur platziert, die als liegender Mensch erkennbar ist. Der Oberkörper aufrecht, die Beine angewinkelt, sich auf den einen Ellbogen abstützend, umschliesst die Figur liebevoll ein Lamm mit den Armen. Der direkte Bezug zum Quartier wie auch zur Schulanlage wird ablesbar: Es handelt sich offensichtlich um einen «guten Hirten», den Josef Rickenbacher hier darstellt. Am Beckenrand bei den Füssen der Figur ist die Inschrift «Jos. Rickenbacher 1954» eingemeisselt. Die Brunnenanlage und vor allem die Figur trägt die typische Handschrift des bedeutenden Künstlers aus Steinen SZ. Körperteile wie auch alle weiteren physischen Formen sind stark vereinfacht bis abstrahiert, oft nur angedeutet ohne scharfe Kanten. Die Oberfläche hat der Künstler rundum fein bearbeitet, so dass sich das Gestein geschmeidig und zart anfühlt.


Mit «Hingeschaut» gehen wir wöchentlich Fundstücken mit kulturellem Hintergrund und 
Zuger Bezug nach.

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