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Der Pilotversuch ist geglückt

Die Stadt Zug hat europaweit die erste Abstimmung durchgeführt, die auf der sogenannten Blockchain-Technologie basiert. Auch wenn die Teilnahme etwas gering ausgefallen ist, hat man nun wertvolle Erkenntnisse. Weitere Pilotprojekte sind in Planung.
Andreas Faessler
Der erste Versuch in Zug, mit der Digital-ID eine Stimme abzugeben, ist geglückt. In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli um genau 23.59 Uhr endete die Projektphase. (Bild: Zuger Presse/Daniel Frischherz (25. Juni 2018))

Der erste Versuch in Zug, mit der Digital-ID eine Stimme abzugeben, ist geglückt. In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli um genau 23.59 Uhr endete die Projektphase. (Bild: Zuger Presse/Daniel Frischherz (25. Juni 2018))

Die Zugerinnen und Zuger sind quasi Teil einer europaweiten Premiere geworden: Während einer Woche konnten sie mit ihrer digitalen ID an einer Blockchain-basierten Abstimmung teilnehmen (wir berichteten). Drei Fragen waren zu beantworten (siehe Box). Gestern Sonntag (1.Juli), um 23:59 Uhr, endete die Abstimmungsperiode.

Von den rund 250 Zugerinnen und Zugern, die sich im Vorfeld eine digitale ID zugelegt hatten, nahmen 72 an der Testabstimmung teil. Auch wenn man sich seitens Stadt eine etwas höhere Teilnahmequote gewünscht hätte, ist man mit dem Resultat des Versuchs sehr zufrieden. Die technische Funktionalität hat sich bewährt – diesbezüglich seien keinerlei Schwierigkeiten zu verzeichnen gewesen, hält Dieter Müller, Leiter Kommunikation Stadt Zug, fest. «Via Einwohnerkontrolle war eine Hotline eingerichtet für Anwender, wenn etwa Probleme mit der Bedienung des Systems auftraten», so Müller. «Da hatten wir einige Anfragen zu verzeichnen. Vornehmlich von älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern.»

Stimmabgabe wird sichtbar

Die elektronische Auswertung war innert Sekunden nach Abstimmungsende für jeden abrufbar, der mitgemacht hat. Einer der grossen Vorteile: «Im Gegensatz zur brieflichen Abstimmung oder zur Stimmabgabe an der Urne sieht jeder Inhaber einer digitalen ID nach ‹Urnenschluss›, dass sein Votum eingegangen, registriert und mitgezählt ist», erklärt Müller.

Dass nicht mehr als 72 Personen von der Gelegenheit Gebrauch gemacht haben, dafür hat Dieter Müller eine schlüssige Erklärung: «Es war ein Pilotversuch – ohne persönlichen Nutzen für die Abstimmenden. Damit sollte die Applikation einfach ein erstes Mal in ihrer Funktionalität getestet werden.» Für die nächsten Pilotversuche mit der digitalen ID rechnet die Stadt mit einer stärkeren Beteiligung. In den Startlöchern stehen etwa das Mieten von Velos mit der ID oder das elektronische Bezahlen von Parkgebühren.

Die Attraktivität dieser Methode besteht zu einem grossen Teil im Sicherheitsaspekt – besonders dann, wenn es um Abstimmungen geht. Bei der Blockchain-Technologie sind sämtliche persönlichen Daten auf vielen einzelnen Computern verteilt gespeichert und nicht auf einem einzigen Server wie bei herkömmlichen E-Voting-Technologien. Allfällige Wahlmanipulationen werden so extrem erschwert.

Auswertung bringt weitere Erkenntnisse

In einem nächsten Schritt werden die Entwickler hinter der ersten Zuger Blockchain-Abstimmung – namentlich ist das der Informatiker Alexander Denzler und sein Team von der Informatik-Fakultät der Hochschule Luzern – die technischen Details dieser Testabstimmung genaustens analysieren. Dabei geht es primär darum, weitere Erkenntnisse hinsichtlich Persönlichkeitsschutz, Abstimmungsgeheimnis, Prüf- und Nachvollziehbarkeit der Abstimmungsergebnisse sowie der Unveränderbarkeit der Abstimmung zu erlangen.

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