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Der Reingewinn einer Zuger Firma sollte höher sein als angegeben

Die Lausanner Richter bestätigen einen Entscheid des Zuger Verwaltungsgerichts: Die Beschwerde einer Firma wurde abgewiesen. Diese wehrte sich gegen die Einschätzung der Steuerverwaltung.
Andrea Muff

Die Krux mit den Steuern: Der Verwaltungsratspräsident und gleichzeitiger Aktionär einer Firma aus dem Kanton Zug war mit den berechneten Staats- und Gemeindesteuern und der direkten Bundessteuer für das Jahr 2012 nicht einverstanden. Gegen das Urteil des Zuger Verwaltungsgerichts hat das Unternehmen beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht. Diese hat die öffentlich-rechtliche Abteilung in Lausanne nun abgewiesen.

Die besagte Aktiengesellschaft wurde am 10. März 2015 für die Steuerperiode 2012 nach Ermessen veranlagt. Dabei setzte die Zuger Steuerverwaltung den steuerbaren Reingewinn bei der direkten Bundessteuer und bei den Kantons- und Gemeindesteuern auf 50 000 Franken und das steuerbare Eigenkapital bei den Kantons- und Gemeindesteuern auf 2,15 Millionen Franken fest. Mit Einspracheentscheid vom 28. Juni 2016 hatte die Steuerverwaltung die Summen korrigiert: Der steuerbare Reingewinn wurde auf 149 300 Franken festgesetzt. Dabei rechnete die Verwaltung eine verdeckte Gewinnausschüttungen in der Höhe von 1 971 850 Franken auf. Das steuerbare Kapital setzte sie antragsgemäss auf 2,1 Millionen herunter. Das Verwaltungsgericht stützte die Erwägungen der Steuerbehörde. Am 23. März 2017 erhob das Unternehmen Beschwerde beim Bundesgericht. Die Anträge: Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und das für die Gewinnsteuer relevante Ergebnis für die Steuerperiode 2012 in Bezug auf beide Steuerarten mit einem steuerbaren Verlust von Minus rund 1,8 Millionen Franken festzulegen.

Bonität des Aktionärs wird in Frage gestellt

Die Lausanner Richter gehen der Frage nach, ob die Vorinstanz die Forderung der Beschwerdeführerin in der Höhe von 1 971 850 Franken gegenüber dem Aktionär und Verwaltungsratspräsidenten zu Recht als simuliertes Darlehen eingestuft und die Gewährung desselben zu Recht als verdeckte Gewinnausschüttung bezeichnet werde. Durch die Gewährung des Darlehens habe die Vorinstanz ein grosses Klumpenrisiko ausgemacht, denn die Forderung von fast 2 Millionen Franken gegenüber dem Aktionär habe per Ende 2012 mehr als 82 Prozent der gesamten Aktiven der Gesellschaft ausgemacht. Auch sei die Bonität des Aktionärs zu dieser Zeit in Frage gestanden. Da er vom Zuger Kantonsgericht am 19. August 2010 erstinstanzlich zu einer Zahlung von rund 40 000 Franken nebst 5 Prozent Zins seit dem 19. Juli 2001 verpflichtet worden sei. Zum Zeitpunkt der Darlehensvergabe sei dieses Urteil zwar noch nicht rechtskräftig gewesen, aber bei dieser Ausgangslage könne bereits von «äusserst angespannten finanziellen Verhältnissen gesprochen werden», heisst es im Urteil des Bundesgerichts. Auch habe das Unternehmen dem Gericht keine schriftlichen Vereinbarungen vorgelegt. «Alle diese Indizien würden in ihrer Gesamtheit dafür sprechen, dass es sich beim Aktionärsdarlehen um eine geldwerte Leistung gehandelt habe», heisst es weiter. Es sei von einer verdeckten Gewinnausschüttung auszugehen. Dies habe zu Folge, dass der Betrag von knapp 2 Millionen Franken zum steuerbaren Reingewinn dazu gerechnet werden solle.

Die Aktiengesellschaft führt unter anderem ins Feld, dass die Kapitalerhöhung auf 2 Millionen Franken vom Verwaltungspräsidenten stamme. Die Vorinstanz sei nicht bereit gewesen, die fraglichen Zahlungen als Ausdruck der Zahlungsfähigkeit des Verwaltungsratspräsidenten zu werten. «Die Aktienkapitalerhöhung ist kein Nachweis dafür, dass die Mittel – mit den Worten der Beschwerdeführerin – der Gesellschaft ‹gehören sollen›», heisst es im Urteil. Zusammenfassend habe die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt. Das Unternehmen trägt die Gerichtskosten von 8000 Franken. Eine Parteienentschädigung ist keine geschuldet.

Hinweis

Urteil: 2C_322/2017 vom 3. Juli 2018.

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