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Werner Frei: «Der Segel-Club war kompromissbereit»

Nach der turbulenten Gemeindeversammlung in Oberägeri äussert sich der Präsident des Segel-Clubs zum Entscheid, in der Studenhütte ein Restaurant einzubauen. Er wehrt sich gegen den Eindruck, der Verein wolle den Platz am See nicht mit der Bevölkerung teilen.
Rahel Hug
In der Studenhütte auf dem Seeplatz wird ein Sommerrestaurant entstehen. (Bild: Werner Schelbert (Oberägeri, 8. Juni 2018))

In der Studenhütte auf dem Seeplatz wird ein Sommerrestaurant entstehen. (Bild: Werner Schelbert (Oberägeri, 8. Juni 2018))

Der Segel-Club Aegeri steht vor einem Scherbenhaufen: An der Gemeindeversammlung vom Montag haben die Einwohnerinnen und Einwohner beschlossen, dass in der Studenhütte ein Sommerrestaurant entstehen soll. Der Segel-Club, dessen Lokal sich in der Hütte auf dem Seeplatz befindet, hatte mit Flyern gegen die Variante «Sommerrestaurant» mobil gemacht und für den Vorschlag «Kioskeinbau» geworben. Werde in der Studenhütte ein Restaurant eingebaut, drohe die Auflösung des Vereins.

Nun nimmt Werner Frei, Präsident des rund 170 Mitglieder zählenden Clubs, Stellung. Er sei überrascht gewesen über die Abstimmung – «etwas weniger vom Ergebnis als von der Deutlichkeit der Abstimmung», sagt er und ergänzt: «Ich bin extrem enttäuscht über die Geringschätzung der Leistungen und Anstrengungen des Segel-Club Aegeri während der 45 Jahre seines Bestehens.»

Hat der Club nicht etwas schwarzgemalt?

«Die Mobilisierung uns wohlgesinnter Stimmbürger war ganz offensichtlich unzureichend», so der Präsident weiter. «Es dürfte im Ägerital schon länger ein offenes Geheimnis sein, dass der Segelclub eine Variante mit Fahrnisbaute vorgezogen hätte. Entgegen den vorgeschobenen rechtlichen Hindernissen und angeblichen Verboten durch die kantonale Baudirektion und das Amt für Raumplanung wollte ein politisch einflussreicher Kreis davon absolut nichts wissen.»

Laut den Informationen des Gemeinderats wird der Kanton ein Provisorium wie den bestehenden «Sunneschmatz» in der Seeuferschutzzone künftig nicht mehr dulden. Werner Frei vermutet Kalkül hinter dem nun eingeschlagenen Vorgehen. «Der Segel-Club war kompromissbereit und hat sich mit dem Gemeinderat auf die Variante Kiosk geeinigt, um halbwegs einen Weiterbestand des Vereins zu ermöglichen. Dass diese Lösung wenig überzeugte, überrascht nicht und war so wohl auch gewollt.»

Hört man sich in Oberägeri etwas um, entsteht der Eindruck, der Segel-Club wolle den schönen Platz am See nicht mit dem Rest der Bevölkerung teilen und lieber für sich bleiben. Werner Frei wehrt sich deutlich gegen diese Aussage: «Dieses Bild ist absolut unberechtigt und alle, die irgendwann bei uns zu Gast waren, im Clublokal ein privates Fest feierten oder an einem Seefest mit und bei uns an der Bar standen, wissen das.» Werner Frei spricht einen Artikel der «Zuger Zeitung» vom Herbst 2016 an, in dem über den Rücktritt des damaligen Präsidenten des Segel-Clubs nach einem Zerwürfnis berichtet wurde. Die «irreführende Berichterstattung» habe zu diesem Zerrbild «wesentlich» beigetragen. «Yacht- oder Segel-Clubs kämpfen zudem leider öfters mit dem Klischee einer elitären Vereinigung.»

Hat der Segel-Club mit der Ankündigung, der Verein müsse sich bei der Lösung «Restaurant» auflösen, nicht etwas schwarzgemalt? «Der Club kämpft seit längerem um eine Blutauffrischung. Dies ist bisher nicht gelungen», sagt Werner Frei dazu. «Der Verlust des Clublokals wird dieses Ziel noch weiter erschweren und die Frage des Restaurants hat den Verein gespalten.»

Somit werde die Auflösung mit Sicherheit ein Thema. «Es konnte mir bisher noch niemand plausibel erklären, wie ein Restaurant in der Studenhütte dem Verein junge Segelsportler und -sportlerinnen bringen soll.» Um zu sagen, wie es mit dem Club nun weitergeht, sei es zu früh. Frei fasst zusammen: «Der Zusammenhalt der aktuellen Gemeinschaft wird mittelfristig zerfallen. Für die Entstehung einer Neuen haben sich die Bedingungen nicht verbessert.»

Ziel: Im nächsten Sommer soll der Betrieb starten

Und welches sind nun die nächsten Schritte, die für die Gemeinde anstehen? Peter Staub, Ressortvorsteher Sicherheit und öffentlicher Verkehr, äussert sich wie folgt: «Mit dem klaren Bekenntnis der Stimmberechtigten beginnen wir nach Ablauf der 20-tägigen Beschwerdefrist sofort mit der Detailplanung und der Umsetzung.» Dies mit dem Ziel, nächsten Sommer in Betrieb zu gehen.

Wie der Pachtvertrag und die dazugehörige Ausschreibung aussehen werden, ist laut Staub noch nicht definiert und hängt stark vom weiteren Verlauf der Verhandlungen mit der Schlichtungsstelle ab. Nachdem der Gemeinderat vor rund einem Jahr eine Änderungskündigung ausgesprochen hatte, hatte der Segel-Club bekanntlich Einsprache erhoben. «Das Verfahren wird nun wieder neu aufgerollt», sagt Staub und fügt hinzu: «Die Gemeinde wird mit dem Segel-Club über Möglichkeiten diskutieren, damit für die Zukunft eine Lösung gefunden werden kann.»

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