Leserbrief
Der Solidaritätsgedanke soll auch nach der Krise weiterleben

Zur Corona-Krise

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Wenn ich die Artikel lese, dann meine ich, das «schreit» ja nach Gesichtsmasken, zum Schutz von beiden Seiten. Noch wird dies zu wenig diskutiert, wurde am Anfang schon als unwirksam angesehen und mitgeteilt, oder war es die schäbige Ausrede, dass keine vorhanden sind. Ich denke, die müsste man grosszügig verteilen. Ich möchte auch helfen!

Eugen Kunz, Oberwil


Wie lange wird die Corona-Krise dauern, wie viele Todesfälle sind zu erwarten, wo ist wer gefordert. Wer weiss das schon? Sehen Sie im Video, wie ein Modell zu Antworten kommt. Das Modell ist sehr simpel, doch mit einer aktuell unerwarteten Genauigkeit, wenn man sie mit den Corona-Verlaufszahlen aus Italien vergleicht. In der Hoffnung, die Konfusion in der Bevölkerung mildern zu können, Unsicherheit zu reduzieren und mehr Planbarkeit für die Unternehmer zu erreichen, ist es mir ein Anliegen diese Informationen zu teilen. Sie finden die Erläuterungen auf der Videoplattform Youtube mit dem Titel «Corona19 Simulation».

David Meyer, Oberwil


Mit dem Covid-19, wird uns deutlich vor Augen geführt, wie verletzlich und wehrlos der scheinbar in Sicherheit lebende Mensch doch ist. Auf einmal geht es, dass sich die Menschen wieder wahrnehmen, auch müssen und ihre soziale Ader an der Oberfläche erscheint. Es muss dem Anschein nach immer zuerst einmal etwas Gravierendes passieren, was alle betrifft, bevor die Solidarität wieder etwas mehr gelebt wird. So trifft es mit dem Corona-Virus alle Schichten und alle hoffen auf ein gutes Ende der Geschichte? Mit etwas Glück bleibt der Solidaritätsgedanke bei uns allen noch in Erinnerung und wird auch danach noch weitergelebt. Genau in dieser chaotischen Zeit sehen wir, dass nicht nur mit Geld allein, alles gelöst werden kann.

Martin Iten-Iten, Alosen


Corona-Krise. Die Wissenschaft schreit. Wir hören zu. Wir handeln. Klimakrise. Die Wissenschaft schreit. Wir hören zu.

Raphael Weiss, Unterägeri


Ursprünglich wollte ich über den durch massive Mobilitätszunahme fortschreitenden Klimawandel schreiben. Nun wird durch die Corona-Pandemie unsere Mobilität unplanmässig eingeschränkt durch geschlossene Grenzen und annullierte Flug- und Schiffsreisen. Selbst den ÖV sollte man meiden, um Ansteckungen zu vermeiden. Obwohl das damit verbundene Ausweichen auf den Individualverkehr den Klimawandel eher wieder fördert, werden noch folgende schärfere Massnahmen zum Nichtverlassen des Hauses ohne triftigen Grund dies vermutlich wieder kompensieren.

Es ist beschämend, dass wir nur durch ein lebensbedrohliches Virus zum Masshalten gezwungen werden können. Das Virus ist durch hygienisch unhaltbare Zustände auf chinesischen Viktualienmärkten vom Tier auf den Menschen übergesprungen. Danach wurde es durch Infektion übertragen und durch die masslose globale Reisetätigkeit weltweit verbreitet. Es beschert uns nun Zustände, die wir seit 100 Jahren nicht mehr hatten. So wenig braucht es, um ganze Kontinente wirtschaftlich und sozial lahmzulegen. Durch Konkurrenzdruck und Gewinnmaximierung entstandene globale Märkte fördern das Ganze noch.

Die Behörden empfehlen Schutzmassnahmen und verordnen Bewegungseinschränkungen, welche Einsicht und Solidarität erfordern. Was passiert? Die Partygesellschaft mokiert sich erst mal darüber und Globetrotter sind frustriert, weil man nicht mehr jede Ecke der Welt besuchen kann. Wenn dann der Ernst der Lage durchsickert, folgt der Reise-Euphorie die Panik und die Läden werden gestürmt und die Regale geleert; obwohl mehrfach versichert wurde, dass keine Lebensmittelknappheit besteht.

Wie viel solch bescheuertes Verhalten erträgt die postmoderne Gesellschaft noch bis zu ihrem Untergang? Nun, schon frühere Hochkulturen gingen unter, zum Beispiel die Mayas, Griechen, Römer und alten Ägypter. Es soll uns mal nicht besser ergehen. Es sei denn, wir kommen wieder auf den Boden, betrachten das Leben künftig mit mehr Demut und leben nach dem Motto «weniger ist mehr».

Dieter Opitz, Steinhausen


Der Zustand unserer Gesellschaft ist mehr als besorgniserregend. Statt von Fakten sich leiten zu lassen, regiert die Angst. Statt in die Geschichte zu blicken, wird Aktionismus betrieben. Statt sinnvolle Vorgaben behutsam umzusetzen, wird im vorauseilenden Gehorsam noch einen draufgesetzt und das Unsinnige noch verschärft.

Schauen wir mal die Realität an. Die Vorgaben des Bundes zerstören unsere Kultur. Trifft das Gewebe im Innersten. Um was geht es eigentlich? Es geht um Viren, Viren verändern sich von Saison zu Saison und gehören zum Leben, sie sind mal ansteckender, mal mit höherer Mortalität, sie treffen die Schwachen, aber immer nur «wenige». Jährlich sind es Hunderte. Das gehört zum Leben, aber unsere Gesellschaft ist nicht mehr fähig, in Demut zu akzeptieren, dass das Leben endlich ist. Es darf nicht mehr gestorben werden.

Politisch sind vier Aspekte besonders wichtig:

a) Wir treiben einen Keil zwischen die Generationen, indem wir den Jungen die Verantwortung über die Gesundheit der Alten überantworten. Die Jugend wird langsam wütend.

b) Wir zerstören das Vertrauen in den Staat, weil die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass es wie bei den letzten «30» Horrorszenarien am Schluss alles halb so schlimm ist.

c) Wir zerstören die wirtschaftlichen Grundlagen des Gewerbes und haben noch die Frechheit von ihnen Rücksicht auf die Arbeitnehmer zu fordern.

d) Wir zeigen der Jugend, dass Vertrauen fehl am Platz ist, sondern Angst die richtige Lösung ist und glauben allen Ernstes, dass diese Jugend die wirklichen Probleme unsere Zukunft wird lösen können.

Wenn unsere Politiker ehrlich wären, würden sie zugeben, dass die Sparpolitik (Spitalplanung) dazu geführt hat, dass unser Gesundheitssystem wegen eines «normalen» Grippevirus kollabiert. Wir haben uns kaputtgespart und unsere Gesellschaft kollabiert jetzt. Unser Wirtschaftssystem schaut nur noch auf wenige, die schamlos ausbeuten und profitieren und immer reicher werden.

Zu guter Letzt noch ein Gedanke, der vielen im Moment noch abwegig vorkommen wird: Wir impfen seit Jahrzehnten, pfuschen also der Natur ins Handwerk. Irgendwie muss die Natur dafür sorgen, dass wir stark und überlebensfähig bleiben, sollte dieser Virus wirklich gefährlich sein, ist das vielleicht ihre Antwort auf unsere Unnatürlichkeit und unser Hang Gott zu spielen.

Michel Ebinger, Rotkreuz