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Der Storch dringt ins urbane Gebiet vor

Ein Storchenpaar nistet momentan auf einer Wiese in der Riedmatt. Bleibt es dem Nest treu, könnte dieses zum ersten beständigen Horst am Stadtrand werden. Eine Folge der wachsenden Population dieser Vogelart.
Marcel Niederberger und Mariagrazia Panzarella
Die Störche auf dem Baum in der Stadelmatt in Hünenberg. Die Störche im Riedpark liessen sich noch nicht ablichten. (Bild: Werner Schelbert, 21. März 2013)

Die Störche auf dem Baum in der Stadelmatt in Hünenberg. Die Störche im Riedpark liessen sich noch nicht ablichten. (Bild: Werner Schelbert, 21. März 2013)

Viele Häuser, viele Menschen und viele Autos – so hört sich eine ideale Umgebung für Storchennester nicht an. Und doch baut ein Storchenpaar momentan am Stadtrand von Zug sein Nest auf einem Baum, um später dort zu brüten. «Am ersten Tag waren es zwei Störche, einmal habe ich sogar fünf Störche gesehen», erzählt Lea Klara Arnold, Bewohnerin im Riedpark. Auch Peter Enggist, Geschäftsführer von Storch Schweiz, bestätigt die Information über ein Storchenpaar mitten im Siedlungsgebiet der Stadt Zug. Die Gesellschaft Storch Schweiz setzt sich für die Verbesserung des Lebensraumes, für die Verminderung von Gefahren und ein grösseres Verständnis für den Storch ein.

Mehr Störche in der Schweiz

Der Lebensraum der Störche sollte laut der Homepage von Storch Schweiz bestenfalls aus Wiesen und Feuchtgebiete bestehen. Landschaften, durchzogen von Bächen, Flüssen und Seen, stellen ein Storchenparadies dar. In solchen Umgebungen finden Störche schnell Nahrung, um sich selber zu ernähren sowie auch später ihre Küken zu füttern. Jedoch suchen immer mehr Störche in der Nähe des Stadtzentrums einen Platz, um ihr Nest zu bauen. Wie aktuell in Zug konnte in den vergangenen Jahren auch schon in der Stadt Bern dieses Phänomen beobachtet werden. «Die Population der Störche in der Schweiz steigt und deshalb lassen sich vermehrt Störche in der Nähe des Zentrums nieder», erklärt Storchenfachmann Enggist.

Der treue Wiederkehrer

Der Storch ist sich grundsätzlich an Menschen gewöhnt und neu auch häufiger in urbanen Gebieten anzutreffen. Doch während der Brut braucht der Vogel seine Ruhe. «Am besten Distanz wahren und sich einfach von der Ferne erfreuen», lautet der Ratschlag von Dominik Iten. Der ehemalige Präsident des Vereins Zuger Vogelschutz ist hocherfreut über den Zuzug eines neuen Brutpaars. Doch ob die Störche wirklich in der Riedmatt verbleiben, ist ungewiss. «Letztes Jahr haben wir ein Brutpaar auf einem Bauernhof in Cham beobachtet, kurz darauf verschwanden es aber wieder».

Finden die Störche einmal Gefallen an ihrem neuen Zuhause, können sich Anwohner auf ein wiederkehrendes Spektakel freuen. «Störche sind sehr treu, häufig suchen sie über Jahre hinweg das gleiche Nest für das Brüten auf», weiss Iten. Auch deren Jungtiere nisten nicht selten in unmittelbarer Nähe ihres Elternnestes. Doch zuerst müssen die jungen Vögel ihre Widerstandsfähigkeit auf ihrer spätsommerlichen Reise Richtung Süden unter Beweis stellen.

Beschwerliche Reise

«Nicht alle Störche kehren vom Vogelzug zurück in die Schweiz», bedauert Dominik Iten. Während ihrer Route auf der Suche nach einem günstigen Klima werden sie mit tückischen Hindernissen konfrontiert. «Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Vögel in Nordafrika systematisch gejagt oder gefangen genommen werden». Wer das nötige Glück hat, schafft es mit Ausdauer und Zähigkeit über die Meeresenge von Gibraltar. In Europa angekommen warten noch die unzähligen Stromleitungen, die den Störchen ein jähes Ende bereiten können.

Schon früher konnten jährlich Störche in der Nähe von Hünenberg beobachtet werden. Insgesamt wurden auf der Website von Storch Schweiz bis heute zwei Nistplätze in Zug registriert. Beide befinden sich in der Reussebene: Das eine beim Restaurant Bützen und das andere bei der alten Käserei. Bleibt das neue Storchenpaar dem Nest in der Riedmatt treu, könnte auch dort ein beständiger Horst entstehen.

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