Leserbrief

Der Tellenschuss vom Ratenpass

«Gastrobetriebe kämpfen um ihre Existenz», Ausgabe vom 2.November

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Wenn der Kanton im Nebel liegt, suchen wir die Sonne. Im Kanton Zug finden wir sie meist auf dem Ratenpass. Nach einem Spaziergang freuen wir uns auf eine gute Mahlzeit und ein warmes Getränk im gleichnamigen Ausflugsrestaurant. Dann herrscht dort Hochbetrieb und die Mitarbeitenden in der Küche und im Service geben ihr Bestes. Acht bis elf Stunden Vollgas – mit Maske im Gesicht. Kaum jemand macht sich eine Vorstellung, was das bedeutet – moralisch, psychisch, für die physische Gesundheit.

Noch im Frühling haben sie mitleidig von den Fernsehschirmen gelächelt, die Experten des Bundes: Nein, Masken nützen nun wirklich nichts gegen Viren, meinten sie stoisch. Jetzt – ein halbes Jahr später – ist alles anders. Wer keine Maske trägt, wird wie ein Verbrecher geächtet. Den medizinischen Nachweis, warum Masken nun plötzlich doch Sinn machen, sind die politisch Verantwortlichen bis anno schuldig geblieben. Statt Aufklärung wird eine behördliche Drohkulisse aufgebaut. Aber ohne transparente Sinngebung ist dieser Akt die pure Willkür und hat den Symbolcharakter eines Gesslerhuts. Iwan Iten, der «Raten»-Wirt wollte sich diesen Hut (nein, natürlich die Maske) nicht aufsetzen, beziehungsweise ging in einen für KMU normalen argumentativen, sachlichen und offenen Dialog. Denn die repräsentativen und gewichtigen Studien, die das lange Tragen der Masken als schwer gesundheitsschädigend belegen, die gibt es zuhauf.

Dass Itens Mitarbeiter schwer an Corona erkranken, ist statistisch betrachtet unwahrscheinlich. Dass sie aber durch das blosse Maskentragen erkranken, da stehen die Chancen wesentlich besser. Als Hyperkapnie bezeichnen Mediziner einen erhöhten Gehalt an Kohlendioxid (CO2) im Blut. Häufige Symptome von Hyperkapnie sind unter anderem Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Schwitzen, schlechtere Feinmotorik, hoher Blutdruck, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit et cetera. Im fortgeschrittenen Stadium können Panik, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen und schliesslich Koma (CO2-Narkose) auftreten (die Lungenkrankheiten durch Pilze und Schimmel lassen wir hier mal weg).

Die Akkumulation von Kohlendioxid unter chirurgischen Operationsmasken wird bei normal atmenden Personen durch die beeinträchtigte Permeabilität der Masken verursacht. Hyperkapnie kann verschiedene Hirnfunktionen dauerhaft einschränken. Wer übernimmt dafür die Verantwortung, die Haftung? Auf Anfrage weder der anordnende Staat und seine ausführenden, kontrollierenden Angestellten noch eine Versicherung.

Männer im Widerstand gegen totalitäre und willkürliche Vögte prägen unsere Geschichte bis heute. Nicht selten schmücken Schweizer Politiker ihre Reden mit den widerspenstigen Freiheitskämpfern, deren Namen wir bis heute auswendig lernen müssen. Und im Jahr 2020? Die Parlamentarier, die im Namen des Volkes den Regierenden auf die Finger schauen sollten, üben sich in Arbeitsverweigerung. Sie brechen Sessionen ab, delegieren die Macht des Souveräns an die Exekutive, verweigern sich selbstgefällig der überfälligen Debatte (Vorstoss Maskenpflicht SVP Zug) und verschanzen sich armselig hinter Plexiglas.

Iwan Iten braucht keine Armbrust. Er hat den scharfen Verstand und die Talente und Charaktereigenschaften eines erfolgreichen, verantwortungsvollen Unternehmers. Ob die politisch Agierenden ihm deswegen den Dialog verweigern? Ja genau, dieser nicht stattfindende Dialog, das ist die eigentliche Katastrophe.

Thomas Brändle, alt Kantonsrat FDP, Unterägeri