Ein Ex-EVZ-Junior fasst in Schweden Fuss

Der 17-jährige Eishockeyspieler Rémy von Allmen feilt in Schweden an seiner Karriere. Der Stürmer träumt von der NHL.

Michael Wyss
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Für Rémy von Allmen und den Linköping HC beginnen am 12. März die Playoffs.

Für Rémy von Allmen und den Linköping HC beginnen am 12. März die Playoffs.

Bild: Christian Wahlgren/Pucksnack.com

«Ich will mich nicht nur sportlich, sondern auch persönlich weiterentwickeln. Deshalb war die Möglichkeit mit dem Wechsel nach Schweden, wo die Eishockeyausbildung einen hohen Stellenwert geniesst, ein grosser Schritt für mich und eine Herausforderung», sagt Rémy von Allmen. Aufgewachsen ist der 17-jährige und 1,72 Meter grosse Stürmer in Cham.

Angespornt, den Weg nach Skandinavien zu machen, hatte ihn der Goalie Joren van Pottelberghe (22) aus Hagendorn. Der ehemalige EVZ-Keeper steht derzeit beim HC Davos unter Vertrag und wechselt nächste Saison zum EHC Biel. «Pottelberghe ging mit 16 Jahren nach Schweden und liess sich dort beim gleichen Klub wie ich ausbilden und machte gute Erfahrungen. Ich sagte mir nach einem Gespräch mit ihm, das will ich auch probieren.» Seit der Saison 2018/19 gehört von Allmen der Nachwuchsabteilung von Linköping HC an. Er spielt in zwei Mannschaften, der J20 und der J18, was der U20 und der U18 entspricht. In Schweden besucht von Allmen auch ein Sportgymnasium. Für Wohnung, Schule, Essen und das Material kommt der Verein auf.

Ausrüstung von Devin Stehli

Seine ersten Gehversuche auf dem Eis machte der Ennetseer beim EV Zug. «Mit zirka drei Jahren bekam ich meine erste Ausrüstung und stieg in die Eishockeyschule ein. Mit fünf Jahren habe ich dann bei den Bambini das erste Meisterschaftsspiel bestritten.» Und warum Eishockey? «Mein Vater Thomas spielte früher Eishockey. Ich trug zu Hause auch die Ausrüstung und spielte mit dem Ball und Stock in den eigenen vier Wänden», schildert er. Besagte Ausrüstung bekam er übrigens von Devin Stehli, der aktuell bei der EVZ Academy in der Swiss League spielt.

Welches Ziel verfolgt Rémy von Allmen? «Ich will mein Hobby zum Beruf machen. Eines Tages vom Eishockey leben zu können ist ein Traum. Ich arbeite hart dafür, dass dieser Realität wird.» Sein ganz grosses Vorbild spielt in Übersee: «Sidney Crosby ist ein Spieler, den ich bewundere.» Auch sein Vater Thomas, früher EVZ-Nachwuchstrainer und aktuell Präsident der Eishockeyvereinigung Innerschweiz (EVI), ist eine wichtige Person in seinem Leben: «Er verfolgt das Eishockeygeschehen natürlich mit und wir tauschen uns oft aus. Meine Eltern und meine Schwester Céline (22) sind eine grosse Stütze für mich. Sie schauen meine Spiele am TV und über die sozialen Medien sind wir in Kontakt. Wir telefonieren auch oft.»

Von Allmen blickt gern auf die Zeit in Zug zurück. «Dem EVZ kann ich vieles verdanken. Mit den EVZ Novizen Elite gewann ich in der Saison 2017/18 die Silbermedaille, mein bisher grösster Erfolg.» Und seine grösste Enttäuschung? «Vergangene Saison verloren wir im Halbfinal im Penaltyschiessen mit der U18 von Linköping und schieden aus. Das war bitter, hatten wir doch so nah an der Finalteilnahme gestanden.»

Ein Aufgebot für die U18-Weltmeisterschaft

Der 17-Jährige, der sich als offen, lernfreudig und zielorientiert bezeichnet, steht auch im Kader der Schweizer U18-Nationalmannschaft. Er hofft auf ein Aufgebot für die WM im April in den USA. Die Vorbereitung darauf findet Anfang April mit zwei Testspielen gegen Deutschland im Spitzensportzentrum OYM in von Allmens Heimat Cham statt. Noch ist nicht klar, ob die Weltmeisterschaft überhaupt stattfinden kann wegen der Ausbreitung des Corona-Virus. Sämtliche Turniere im März, ­darunter die Eishockey-Weltmeisterschaft der Frauen in Kanada, wurden abgesagt.

In der schwedischen Liga läuft der Spielbetrieb jedoch. Am 12. März beginnen die Playoffs. «Die schönste Zeit beginnt, und ich freue mich sehr darauf», sagt von Allmen und ergänzt:

«Ich werde in der J18 und vielleicht auch in der J20 eingesetzt. Wir träumen natürlich vom Titel. Das muss immer das Ziel sein, wenn du Playoffs spielst.»