Der Trainer von Zug United findet nach zwei Pleiten deutliche Worte

Das Team bezieht in der Unihockey-NLA in der Doppelrunde Niederlagen gegen Malans und Langnau.

Peter Rohner
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Ein letzter, verzweifelter Versuch. Ohne Goalie und mit zusätzlichem Feldspieler. Ein Pass nach links, Tim Mock schiesst direkt und der Ball prallt von der Lattenunterkante wieder ins Feld. Wenig später rennen die Spieler von Alligator Malans zu ihrem Torhüter, Sandro Breu. Dem Keeper gelang in seinem ersten Ernstkampf für die Bündner gleich der erste Shutout – eine Seltenheit im Unihockey. Und weil die Malanser in der Offensive fünf Treffer notierten, bezwangen sie im Spitzenkampf der 3. Runde Zug United 5:0.

Zugs Trainer Nicklas Hedstal (rechts, neben Co-Trainer Sascha Rhyner) ist gar nicht zufrieden mit den jüngsten Darbietungen seines Teams.

Zugs Trainer Nicklas Hedstal (rechts, neben Co-Trainer Sascha Rhyner) ist gar nicht zufrieden mit den jüngsten Darbietungen seines Teams.

Bild: Roger Zbinden (Zug, 19. September 2020)

Schon der Beginn war für die Zentralschweizer wenig verheissungsvoll gewesen. Nach wenigen Sekunden lief Dan Hartmann nach einem Ballverlust durch die Abwehr Zugs und traf zur frühen Führung für das Heimteam. Gerade einmal 17Sekunden waren gespielt. Nach knapp zehn Minuten und einem Doppelschlag der Gastgeber zog Zugs Trainer Nicklas Hedstal die Notbremse in Form eines Time-outs.

In den entscheidenden Momenten nicht bereit

Zumindest in der Defensive brannte es in der Folge etwas weniger oft, doch dominierte Malans die Partie mit hoher Präzision und gleichwohl sehr hohem Tempo. Erst im zweiten Drittel fanden auch die Zuger besser in die Partie – ohne Erfolgserlebnis. Vielmehr waren die Alligatoren weiterhin bissiger und gewann die wichtigen Zweikämpfe; so stand Remo Buchli plötzlich frei vor dem Tor und erhöhte auf 4:0. Und schliesslich stellte Tim Braillard im Powerplay auf das 5:0, das letztlich auch am Schluss noch bestand hatte.

Nur 24 Stunden später hätte es Gelegenheit für Wiedergutmachung gegeben. Nach dem missglückten Ausflug ins Bündnerland stand das Gastspiel bei den Unihockey Tigers im Emmental an. Als Severin Nigg mit gütiger Mithilfe der Gegner das 1:0 erzielte, war zumindest die Torflaute gebrochen.

In kurzer Zeit die Partie aus der Hand gegeben

Doch die Tigers zeigten sich bissig und aufsässig. Erst glichen die Emmentaler im Powerplay aus und nur 44 Sekunden später spazierte Nick Pfister durch die Zuger Abwehr und brachte das Heimteam in Front. Abermals der erst 19-jährige Nigg glich wohl Anfang Mitteldrittel das Spiel für die Zuger nochmals aus. Es war aber nicht der Start zur erwarteten Leistungssteigerung. Vielmehr drehten die Gastgeber auf, spielten entschlossener und vor allem erfolgreicher. Innert elf Minuten zogen die Tigers auf 7:2 davon. Am Ende hiess es 9:4.

Der Zuger Trainer Nicklas Hedstal fand nach dem enttäuschenden Wochenende klare Worte:

«Ich kann nicht akzeptieren, dass wir weniger hart arbeiten als unsere Gegner. Malans und Langnau verdienten sich die Siege.»

Insbesondere das Spiel am Sonntag im Emmental schlug dem Schweden auf den Magen. «Eigentlich kann ich fast nur mit der dritten Linie zufrieden sein; unsere besten Spieler gehörten heute zu unseren schwächsten.»

Mehr zur NLA-Meisterschaft finden Sie hier.

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