Der Verband Schweizer Wanderwege zeichnet einen Zuger Abschnitt aus

Eine Fachjury hat den neuen Fuss- und Wanderweg entlang der Alten Lorze in Baar als Siegerprojekt für den sogenannten Prix Rando auserkoren.

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(bier) Der Verband Schweizer Wanderwege verleiht alle zwei Jahre und heuer zum siebten Mal den Prix Rando. Dabei werden sowohl Projekte, die unter «klein, aber fein» laufen, als auch Gross­projekte mit breiter Ausstrahlung ausgezeichnet, teilt die Zuger Baudirektion mit. Die Siegerprojekte überzeugen «allesamt durch ihre Qualität und tragen zur nachhaltigen Erhöhung der Attraktivität des Schweizer Wanderwegnetzes bei».

Aus den 13 eingereichten Projekten hat eine Fachjury zusammen mit einem Projekt aus dem Kanton Graubünden den neuen Fuss- und Wanderweg entlang der Alten Lorze in Baar als Siegerprojekt ausgezeichnet. Die Jury war in jeglicher Hinsicht einstimmig überzeugt, dass der neue Weg alle Kriterien in besonderem Masse erfülle, heisst es in besagter Mitteilung weiter.

Der neue Weg entlang des kantonalen Naturschutzgebiets.

Der neue Weg entlang des kantonalen Naturschutzgebiets.

Bild: PD

Er dürfe «als Vorzeigeprojekt bezüglich der Gesamtplanung und Berücksichtigung von Interessen und Bedürfnissen» angesehen werden. Dabei seien auch weitere wichtige Kriterien wie Entflechtung, geeignete Wegoberflächen von Wanderwegen und die Einbettung in das Gesamtbild der Entwicklung der Lorzenebene vorbildlich umgesetzt.

Holz aus eigenem Wald

Das Projekt entlang der Alten Lorze wurde 2018 unter Federführung des heutigen Amts für Raum und Verkehr umgesetzt, das damals noch Amt für Raumplanung hiess. Um von der Neuen zur Alten Lorze zu gelangen, mussten zuvor die Spaziergängerinnen und Spaziergänger das schmale Trottoir entlang der Schochenmühlestrasse benutzen.

Neu führt ein schöner Kiesweg entlang der Alten Lorze, zwischen alten Baumbeständen und vorbei am kantonalen Naturschutzgebiet «Lorzengabel». Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für Wald und Wild sowie der Gemeinde Baar und der Korporation Baar-Dorf.

Der Weg konnte jedoch nur optimal ins Gelände gelegt werden, weil der benachbarte private Grund­eigentümer dem Projekt viel Wohlwollen entgegengebracht und einer Grenzbereinigung zugestimmt hat. Die neue Holzbrücke über die Alte Lorze wurde von der Korporation Baar-Dorf geplant und mit Hölzern aus dem eigenen Wald gebaut.

Auch die neue Holzbank neben der eindrücklichen alten Eiche wurde von der Korporation Baar-Dorf erstellt. Die Sitzbank mit freiem Blick auf den Weiher des Naturschutzgebiets wurde von der Gemeinde Baar beigesteuert. Sie wird künftig auch für den Unterhalt dieses neuen Wegabschnitts zuständig sein.

Preisverleihung verschoben

Baudirektor Florian Weber freut sich gemäss der Medienmitteilung sehr über die Anerkennung, die diesem Projekt mit der Verleihung des Prix Rando 2020 zukommt und führt aus: «Es zeigt, dass auch kleinere Projekte einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsförderung auf dem kantonalen Wanderwegnetz leisten können.»

Die offizielle Preisverleihung musste aufgrund der Situation rund um das Coronavirus verschoben, soll jedoch anlässlich der Herbsttagung der Schweizer Wanderwege nachgeholt werden.

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