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Waldarbeit: Der vielfache Tod blieb aus – auch in Zug

Die Januarstürme hinterliessen in den Wäldern riesige Schäden. Bei den Aufräumarbeiten blieben befürchtete Folgen jedoch aus. Dank technischem Fortschritt gab es dabei nicht mehr Verletzte oder Tote.
Thomas Heer und Livio Brandenberg
Gefährliche Forstarbeit: Hier wurde etwa in Oberägeri ein Baum gefällt. (Werner Schelbert: 20.Februar 2016)

Gefährliche Forstarbeit: Hier wurde etwa in Oberägeri ein Baum gefällt. (Werner Schelbert: 20.Februar 2016)

Die Arbeit im Forst zählt zum Gefährlichsten, was sich in der hiesigen Arbeitswelt finden lässt. Jährlich sterben durchschnittlich vier Personen bei dieser Arbeit, und weitere Hunderte von Waldarbeitern verletzen sich, zum Teil so gravierend, dass es zur Invalidität führt. Im vergangenen Jahr verunglückten gemäss Suva-Auswertung schweizweit 1682 Personen. Die Statistik zeigt aber auch, dass sich die Situation langsam bessert. Verglichen mit dem Jahr 1999 kam es in den vergangenen rund 18 Jahren zu einer Abnahme der Unfälle von zirka 13 Prozent.

Eine Zahl springt besonders ins Auge. Sie betrifft das Jahr 2000. Denn damals verunglückten 2154 Forstarbeiter. Dieser Wert liegt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt und lässt Rückschlüsse auf ein Ereignis zu, das in Mitteleuropa in der jüngeren Vergangenheit seinesgleichen sucht. Denn der Orkan Lothar, der am 26. Dezember 1999 auch über die Schweiz hinwegfegte, fällte Hunderttausende von Bäumen, was am Ende zu einem Holzvolumen von über zehn Millionen Kubikmeter führte.

Es traf vor allem die Nichtprofis

In der Folge musste dieser Rohstoff aus den Wäldern geschafft werden. Beim Aufräumen verloren dann aber übers ganze Land verteilt 17 Menschen ihr Leben. Es handelte sich damals vor allem um Privatwaldbesitzer, die mit professioneller Forstarbeit nicht oder zu wenig vertraut waren.

Nun kam es im vergangenen Januar wieder zu Sturmschäden im Schweizer Forst. Drei kurz aufeinanderfolgende Tiefdruckgebiete – darunter «Burglind» und zwei Wochen später «Evi» – und die damit verbundenen, teils orkanartigen Stürme sorgten dafür, dass vielerorts Wälder ausdünnten. Zwischen einer und zwei Millionen Kubikmeter Holz lag schliesslich in der Schweiz zusätzlich darnieder.

Allein im Kanton Zug rissen die Sturmböen 20 000 Kubikmeter Holz zu Boden, wie Martin Ziegler vom Amt für Wald und Wild sagt. Das entspricht 1000 gefüllten Lastwagen. Zuerst waren die Zuger Behörden von 12000 Kubikmetern ausgegangen, doch da die Schäden laut Ziegler verstreut sind, wurden sie erst nach und nach entdeckt. Im Nachgang zu Stürmen sei es generell schwierig, schnell zu verlässlichen Zahlen zu kommen.

Solche gibt es aber inzwischen auch im Kanton Luzern: Dort verursachten die Stürme Anfang Jahr Schäden im Umfang von 150 000 Kubikmetern. Das entspricht etwa 75 Prozent jener Menge Holz, die pro Jahr in Luzern geerntet werden.

Nun könnte man vermuten, dass sich die Auswirkungen der Wetterereignisse vom Januar auch auf die Unfallzahlen bei der Suva ausgewirkt hätten. Dem sei aber nicht so, wie Mediensprecherin Isabelle Fol sagt. Und weiter erklärt sie: «Die Auswertungen für 2018 ergeben trotz der Januarstürme keine höheren Fallzahlen als üblich. So wurden beispielsweise im Kanton Luzern im laufenden Jahr zwölf Forstunfälle gemeldet. Das sind nicht mehr als in anderen vergleichbaren Zeitperioden.» In Zug waren es laut der Suva-Sprecherin ebenfalls zwölf Forstunfälle von Januar bis Juli 2018; nur im Januar waren es deren drei.

180 Arbeitskontrollen jedes Jahr

Wie bereits erwähnt, sind die Unfallzahlen im Zusammenhang mit der Forstarbeit seit Jahren tendenziell rückläufig. Der Luzerner Forstunternehmer Daniel Ott weiss warum: «Unsere Arbeit ist sicherer geworden. Das hängt auch damit zusammen, dass heutzutage vermehrt Holz-Vollernter zum Einsatz kommen.» Mit diesen Maschinen werden die Bäume fixiert, gefällt, entastet und abtransportiert. Ott erinnert sich an seine Zeit, als er Mitte der 1970er-Jahre die Lehrzeit durchlief. «Damals hatten die Motorsägen noch keine Kettenbremsen. Und Sicherheitshosen trugen wir auch nicht.»

Neben dem technischen Fortschritt erhöhten die viele Kampagnen der Suva die Sicherheit. Isabelle Fol sagt: «Für Forstbetriebe gelten die zehn sogenannten lebenswichtigen Regeln, welche in schriftlicher Form an sämtliche Mitarbeiter abgegeben werden. Diese Regeln müssen durch die Vorgesetzten vermittelt und die Einhaltung kontrolliert werden.» Die Suva führt jährlich 180 Arbeitskontrollen bei der Holzernte durch.

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