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Der Widerstand der Anwohner des Zythus-Areals in Hünenberg hält an

Am Mittwochabend fand in der Aula Eichmatt eine weitere Informationsveranstaltung zur Überbauung des Zythus-Areals statt. Trotz dieser Offensive gehen die Emotionen weiter hoch.
Vanessa Varisco
Die künftige Überbauung des Gebiets warf Fragen auf am Info-Abend. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 8. Mai 2018))

Die künftige Überbauung des Gebiets warf Fragen auf am Info-Abend. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 8. Mai 2018))

Selbst kurz vor Veranstaltungsbeginn um 19 Uhr strömen noch immer Besucher in die Aula Eichmatt. Dort informieren die Gemeinderäte Regula Hürlimann und Thomas Anderegg sowie René Hutter, Kantonsplaner, und Urs Kamber, Kantonsbaumeister, über die Überbauung des Zythus-Areals. Diese soll in den nächsten Jahren realisiert werden, was bereits in Workshops und einer öffentlichen Veranstaltung im Mai dieses Jahres thematisiert wurde. Damals wurde die Machbarkeitsstudie vorgestellt und eine Mehrheit der anwesenden Besucher zeigte sich wohlgesinnt.

Im Nachgang formierte sich eine Gruppe von Personen, die sich gegen eine vom Kanton geplante Bebauung stellt. Im September wurde dann die Motion «Für eine massvolle Entwicklung des Zythus-Areals» mit mehr als 300 Unterschriften eingereicht. «Um Unsicherheiten zu nehmen und Fragen zu beantworten, haben wir deshalb erneut eine Veranstaltung angesetzt», erklärt Regula Hürlimann in ihrer Begrüssung. Denn einige Besucher wehren sich insbesondere gegen Hochhäuser auf dem Areal, obschon es noch keine konkreten Baupläne gibt.

Motion auf Gültigkeit überprüft

«Hünenberg hat zwei Herzen», schildert Kantonsplaner René Hutter. Eines oben im Dorf, wo künftig auch das «Maihölzli» entsteht, und eines unten am See. Das Zythus-Areal befände sich in einem Verdichtungsgebiet und wäre durch seine Lage dafür prädestiniert, wie Hutter in einem ersten Schritt erklärt. Im Jahr 2013 hat das Stimmvolk die Revision des Raumplanungsgesetzes angenommen; in Hünenberg betrug die Zustimmung über 70 Prozent. «Die Gemeinde hat deutlich Ja gesagt zu einer Verdichtung nach innen», so Hutter.

Gemäss des kantonalen Richtplans verlange das Gebiet eine Ausnützungsziffer (AZ) bis 2.0. «Doch diese Ausnützungsziffer ist zu hoch für das Areal. Ziel ist nicht, möglichst dicht zu bauen, sondern die Überbauung der Umgebung anzupassen», betont Hutter. Realistischer sei eine AZ von 1.2 bis 1.4. Die Denkmodelle, die im zweiten Workshop vorgestellt worden seien, hätten sich alle in diesem Rahmen befunden. Nicht vereinbar mit dem Richtplan sei die AZ von 0.35, wie sie von den Motionären gefordert wird. «Wichtig im weiteren Prozess ist, dass genau angeschaut wird, was mit der Umgebung verträglich und was städtebaulich sinnvoll ist», resümiert Hutter.

Über die Eingliederung der Überbauung in die Umgebung habe man sich in der Machbarkeitsstudie Gedanken gemacht, wie Urs Kamber erklärt. «Wichtig ist: Bei den vorgestellten Denkmodellen handelt es sich nur um Ideen, nicht um feste Bauprojekte», betont der Kantonsbaumeister. Das beste Bauprojekt werde erst im Architekturwettbewerb ermittelt.

Er führt weiter aus: «Ein Hochhaus ist über 30 Meter hoch. Die vorgestellten Modelle sind um die 30 Meter gewesen und nicht darüber.» Das scheint dennoch viele Besucher nicht zufriedenzustellen, ein Raunen geht durch die Menge. Weiter schildert der Kantonsbaumeister die nächsten Schritte: 2019 soll das Programm des Wettbewerbs erarbeitet werden, sodass dieser schliesslich 2020 stattfinden könne. Ab 2021 werde der Bebauungsplan erstellt und die Zonenplanänderung ausgearbeitet. 2023 müssen diese dann genehmigt werden.

Ausführungen zur Motion, welche eingereicht wurde, macht Thomas Anderegg. Die Gültigkeit und Vereinbarkeit mit dem Richtplan sei in zwei Gutachten geprüft worden, wobei ein Anwalt von einer starken Tendenz der Rechtswidrigkeit ausgehe und der andere von einer Ungültigkeit der Motion. Der Beschluss des Gemeinderates über die Gültigkeit der Motion ist noch ausstehend. Im Einverständnis mit den Motionären wird sie der Gemeindeversammlung im Dezember noch nicht vorgelegt.

Bisher noch keine Annäherung

In der anschliessenden Fragerunde zeigt sich, dass die anwesenden Hünenberger und Hünenbergerinnen der Überbauung misstrauisch gegenüberstehen. Drei Mal wird die Frage aus dem Publikum gestellt, worin der Mehrwert einer solchen Überbauung für die Bevölkerung läge. Die Antwort des Gemeinderates, dass dort kleine, bezahlbare Wohnungen für junge und ältere Hünenberger sowie ein attraktiver Begegnungsraum entstehen sollen, stellt die Mehrheit nicht zufrieden. Und auch die beiden Wortmeldungen, die sich für eine Überbauung mit preiswerten Wohnungen aussprechen, vermögen sie nicht zu überzeugen.

Besonders die Dichte der Bebauung und die Lage direkt am See, die anderen die Sicht versperren könnte, stösst vielen auf. So betont ein Motionär, dass es keine Angabe zur Mindestdichte gäbe und demnach nicht hoch gebaut werden müsse. Er ist weiter enttäuscht, dass man vor dem Einreichen der Motion teilweise lange auf Antworten des Gemeinderates habe warten müssen. «Der Gemeinderat bemüht sich um den Kontakt mit den Einwohnern», erklärt die Gemeindepräsidentin, «deshalb auch heute diese Veranstaltung und die Gespräche mit den Motionären im Vorhinein. Ich stimme allerdings zu, dass wir uns bisher noch nicht annähern konnten.»

Die Diskussionen dauern eine Stunde an – zahlreiche Fragen brennen den Besuchern auf der Zunge. Teils kochen die Emotionen hoch und die Besucher werden laut, dann greift die Moderation ein. Obschon das Projekt noch in seinen Anfängen steht, sind viele Hünenberger verunsichert und wehren sich quasi präventiv.

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