Der Zuger Maturand Gian-Andrea von Opel engagiert sich für ein Projekt in Kolumbien

Bei seiner Maturaarbeit entschied sich der Schüler anderen helfen zu wollen und unterstützt den Zuger Verein Kinderprojekt Barranquilla.

Andrea Muff
Hören
Drucken
Teilen
Gian-Andrea von Opel ist stolz, dass er sein Spendenziel bei einem Projekt in Kolumbien übertreffen konnte.

Gian-Andrea von Opel ist stolz, dass er sein Spendenziel bei einem Projekt in Kolumbien übertreffen konnte.

Bild: PD

«Nicht jeder kann eine so tolle Ausbildung erhalten wie ich», dachte sich Gian-Andrea von Opel aus Zug. Er ist Maturand an der Kantonsschule Zug und beschäftigte sich in seiner Abschlussarbeit mit Kindern, die eben nicht eine vergleichbare Bildungsmöglichkeit haben. Er entschied sich, den Zuger Verein Kinderprojekt Barranquilla zu unterstützen, der sich für Kinder und Jugendliche in Kolumbien einsetzt.

Worum geht es genau in Ihrer Maturaarbeit?

Gian-Andrea von Opel: Bei meiner Maturaarbeit habe ich untersucht, wie verschiedene gemein­nützige Organisationen ihr Fundraising gestalten. Ich habe ihr Fundraising verglichen und herauszufinden versucht, wie sie es eventuell noch verbessern können. Dazu habe ich Interviews mit den Organisationen geführt und unter 101 Spendern eine Online-Umfrage durchgeführt. Des Weiteren habe ich selber ein Crowdfunding organisiert, um meine theoretischen Erkenntnisse in der Praxis auszuprobieren.

Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?

Das Fundraising stand zu Beginn meiner Maturaarbeit ganz im Vordergrund. Ich war nämlich während meiner Kanti-Zeit ein Jahr in Ecuador im Austausch und habe dort viel Armut gesehen. Das hat mich dazu inspiriert, anderen Menschen zu helfen.

Sie haben sich für das Kinderprojekt in Barranquilla entschieden, warum?

Das Projekt in Barranquilla kenne ich durch meine Familie, welche dieses Projekt seit vielen Jahren unterstützt. Es ist ein Zuger Projekt, das seit 15 Jahren in Kolumbien ganz viele Kinder und Jugendliche nachhaltig unterstützt. Ohne das Projekt könnten diese Kinder und Jugendlichen keine Schulbildung geniessen.

Sie haben von einem «eigenen» Crowdfunding gesprochen, was kann man sich darunter vorstellen?

Ein eigenes Crowdfunding bedeutet, sich Gedanken zu Gunsten eines konkreten Projektes zu machen und dieses über eine Onlineplattform umzusetzen. Ich hatte vor meiner Arbeit keine konkreten Vorstellungen, wie das am besten gemacht wird. Ich musste mich also schlaumachen, über welche Plattform und auf welche Art und Weise das am erfolgreichsten geschehen kann. Total wurden 6650 Franken gespendet, das bei einem gesteckten Spendenziel von 3000 Franken.

Wie hat Ihre Umgebung auf Ihr Maturaarbeitsthema reagiert?

Die Resonanz war sehr gut. Ich konnte mein Projekt offensichtlich gut präsentieren, ansonsten wäre wohl nicht so viel gespendet worden. Entscheidend war auch, dass viele meiner Freunde und Personen aus meiner Familie mein Projekt online ihren eigenen Leuten weiterleiteten, ansonsten wäre dieses Crowd­funding als sogenannte Schwarm­finanzierung nicht so erfolgreich gewesen.

Haben Sie sich auch schon vor der Maturaarbeit sozial engagiert?

Nein, ich habe mich vorher eher nicht so stark engagiert, das war aber ein sehr guter Anlass und ich bin stolz, dass ich mein Spendenziel derart übertreffen konnte. Das gibt ein gutes Gefühl und Motivation für ein nächstes Mal.

Werden Sie die Kinder und Jugendlichen in Kolumbien besuchen?

Ja, wir haben in der Familie schon einen Plan gefasst, 2023 nach Kolumbien zu reisen und haben dann vor, das Projekt in Barranquilla zu besuchen.