Der Zuger Schauspieler und Journalist Cäsar Rossi ist gestorben

Der Hünenberger prägte die Zuger Zeitungslandschaft wie kaum ein anderer.

Harry Ziegler
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Cäsar Rossi im Gespräch zu seinem 85. Geburtstag am 22. Oktober 2016.

Cäsar Rossi im Gespräch zu seinem 85. Geburtstag am 22. Oktober 2016.

Bild: Werner Schelbert

Er war eine Legende. Unter Theaterfreunden und unter den Journalisten meiner Generation. Cäsar Rossi, langjähriger Chefredaktor dieser Zeitung ist am Donnerstag, kurz vor seinem 89. Geburtstag verstorben. Ein Hüne, auch körperlich, der mich gleichermassen als Mensch und Journalist beeindruckte – und förderte wie zahlreiche andere Medienschaffende auch.

Der Schaffhauser stiess 1967 vom «Fricktaler» in Laufenburg als Chefredaktor zu den «Zuger Nachrichten». Damals erschien die Zeitung dreimal pro Woche. Der gelernte Buchdrucker Rossi hatte sich zu dieser Zeit mit «starker Konkurrenz auseinanderzusetzen», wie er 2016 zu seinem 85. Geburtstag in einem Essay zur zugerischen Zeitungsvielfalt schreibt. «si» – so lautete sein Autorenkürzel – prägte nicht nur die «Zuger Nachrichten», deren Chefredaktor er bis 1985 war, sondern nach der ersten grossen Zentralschweizer Zeitungsfusion von «Vaterland» und «Luzerner Tagblatt» zur «Luzerner Zeitung» 1991 auch die «Zuger Zeitung».Die bisher vom «Vaterland» herausgegebene «Zuger Zeitung» und das «Zuger Tagblatt», das zum «Luzerner Tagblatt» gehörte, wurden bei der Fusion ebenfalls zusammengelegt. Cäsar Rossi blieb bis Ende 1994 Chefredaktor der «Zuger Zeitung».

Ein ambitionierter und passionierter Darsteller

Für den Ausgleich zum nicht immer einfachen Beruf sorgte die Schauspielerei, die Cäsar Rossi – mit grossem Talent gesegnet – auf vielen Bühnen im Kanton Zug, teilweise auch ausserhalb, betrieb. Er gründete kurz nach seinem Eintreffen in Zug gemeinsam mit Adolf Meyer und Paul Stadelmann die Zuger Spiillüüt und übernahm manche Rolle in deren Aufführungen. Die Kultur lag Rossi besonders am Herzen. So engagierte er sich als Stiftungsrat im neuen Theater im Burgbachkeller.

Cäsar Rossi hat viele Journalisten auf ihrem Weg begleitet und ausgebildet. Wenn ich nun einem jungen Berufskollegen etwas vermitteln kann, dann ist es Cäsars Spruch, den er immer wieder zitierte: «Du musst schreiben, was ist, und nicht das, was du gerne hättest.»

Danke, Cäsar!