Der Zuger Seniorenverband warnt davor, sich auf Grund des Coronavirus von der Umwelt abzuschotten

Derweilen finden in grösseren Veranstaltungssälen weiterhin Anlässe statt.

Zoe Gwerder und Tijana Nikolic
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Das Corona-Virus kann vor allem bei älteren Menschen zu schwerwiegenden Komplikationen führen. In den Zuger Alterszentren behält man jedoch weiterhin einen kühlen Kopf. Nebst den verordneten Hygienevorschriften, die für Bewohner und Personal strikt einzuhalten sind, ist oberstes Gebot, nicht in Panik zu geraten. «Wir müssen alle aufmerksamer sein bei allfälligen Symptomen und eng mit unserem Hausarzt zusammenarbeiten», sagt Johannes Kleiner, Geschäftsführer der Altersheime Baar. Ansonsten sei es nicht viel anders, als mit den Grippewellen jedes Jahr, die für ältere Menschen ebenso lebensbedrohlich werden können.

Eine ältere Dame in der Altersresidenz Tertianum Huob in Pfaeffikon im Kanton Schwyz.

Eine ältere Dame in der Altersresidenz Tertianum Huob in Pfaeffikon im Kanton Schwyz.

Bild: Gaetan Bally / KEYSTONE

Ein Besuchsverbot sei nicht erhängt worden. «Natürlich machen sich die Bewohner ihre Gedanken zum Virus. Deswegen ist die interne Kommunikation sehr wichtig», findet Diana Brand, Geschäftsführerin des Alterszentrums Büel in Cham. Die Plakate mit den Hygienemassnahmen des Bundes hängen gut sichtbar in den öffentlichen Räumen und volle Desinfektionsmittelspender stehen zur Genüge bereit. «Vor etwa zwei Jahren waren wir in einer ähnlichen Situation mit dem Norovirus, der zum Brechdurchfall führte und an dem ebenfalls unzählige Menschen weltweit erkrankten», so Brand.

Auch im Seniorenzentrum Weiherpark in Steinhausen herrscht seit gestern ein Verbot für das Händeschütteln und für Umarmungen. Ein Besuchsverbot von Freunden oder Angehörigen sei soweit noch nicht nötig. «Wir raten schon zu einer gewissen Eindämmung von Besuchen, vor allem wenn die auswärtigen Personen bereits erkältet sind. Die Entscheidung liegt in der Eigenverantwortung unserer Bewohner», sagt Patrick Müller, Geschäftsleiter des Seniorenzentrums Weiherpark.

Arthur Huber, Vizepräsident des Kantonalen Seniorenverbands Zug, rät älteren Menschen, sich ein wenig aus der Öffentlichkeit und vor allem vor Menschenanhäufungen zurückzuziehen, sich aber auf keinen Fall zu Hause zu verbarrikadieren: «Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt übertrieben und würde nur dem psychischen Wohl der Betroffenen schaden.» Der Verband vernehme soweit keine Unruhen bei den Zuger Senioren.

Eventlokale können Anlässe noch durchführen

Nach dem alle Anlässe ab 1000 Personen abgesagt werden mussten und im Kanton Zug eine Einzelfallbeurteilung für Anlässe ab 200 Personen besteht, sind auch Veranstalter und Betreiber von Konzert- und Eventlokalen gefordert.

«Wir halten uns an die Weisungen und sind in stetigem Kontakt mit dem Kanton», erklärt die Sprecherin der Aegerihalle, Jessica Stähli. «Falls sich der Status unserer Anlässe ändern würde, werden wir dies auf unserer Website entsprechend kommunizieren.»

Auch in Cham ist man bezüglich Veranstaltungen im Lorzensaal in Kontakt mit den Behörden, «um bei Bedarf schnellstmöglich zu agieren, entsprechende Informationen weiterzutragen und Entscheide bestmöglich umzusetzen», erklärt Gemeindeschreiber Martin Mengis. Der Saal fasst rund 680 Sitzplätze. Wie auch in Unterägeri sind aber die Veranstalter in der Pflicht, wenn es um eine Absage gehen sollte und nicht die Betreiber des Saals. Anders ist das bei der Chollerhalle in Zug. Die wäre selber für alle Absagen verantwortlich. Doch auch Geschäftsführer Graziano Grieder kann Entwarnung geben. «Stand heute Montag können alle Veranstaltungen bis zum 15. März stattfinden.» Sollten die Restriktionen härter werden und Veranstaltungen dadurch ins Wasser fallen, sollen Besucher trotzdem auf ihre Kosten kommen. «Die Tickets bleiben gültig und wir würden den Anlass verschieben.»

Im Freiruum dürfen entgegen einer am Freitag publizierten Mitteilung der Behörden bis auf weiteres Public-Viewing-Anlässe in der Markthalle stattfinden. Aktuell betrifft das Veranstaltungsverbot ab 1000 Personen den Freiruum nicht, da sich nie so viele Personen gleichzeitig im Freiruum aufhalten.

Wie es für Veranstaltungen mit 200 und mehr Personen weitergeht, entscheidet der Kanton am Dienstag. «Der Regierungsrat wird die Kriterien weiter verfeinern und genauer informieren», hiess es dort auf Anfrage.