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Der Zuger Stadtpatron ist zurück an seinem angestammten Platz

Neun Monate lang wurde sie komplett restauriert, am 14. August wurde sie nun wieder in die Zuger Altstadt zurückgebracht: die bekannte Zuger Kolinbrunnen-Statue.
Christopher Gilb
Der Stadtpatron erstrahlt wieder in neuem Glanz. (Bild: Christopher Gilb, Zug, 14. August 2019)

Der Stadtpatron erstrahlt wieder in neuem Glanz. (Bild: Christopher Gilb, Zug, 14. August 2019)

Der einzige Kolin, der sich in den letzten Tagen in der Kolinstadt Zug aufhielt, ist Kolin, der Siegermuni des bevorstehenden Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (Esaf) in Zug. Denn Kolin, die bekannte Statue vom Kolinbrunnen in der Zuger Altstadt, war schon seit Dezember 2018 im Exil, genauer gesagt im Atelier von Restaurator Vitus Wey in Sursee.

Die letzte Gesamtsanierung des Brunnens war in den Jahren 1980/81 durchgeführt worden, die letzte Reinigung erfolgte dann 1998. Die Stadt entschied, dass es nach fast 40 respektive 20 Jahren höchste Zeit für eine Restaurierung ist. Auch die anderen drei historischen Brunnen sollen nun sukzessive restauriert werden. Und beim Kolinbrunnen war diese Massnahme, wie sich schnell zeige, auch bitter nötig. Denn schon beim Entfernen der Statue brach der untere Teil der Beine samt Füsse des Stadtpatrons ab, er war nur noch lose auf diesen gestanden. Nur eine Eisenstange hinter der Figur hatte noch für Stabilität gesorgt. «Hätte sich ein übermütiger Bursche auf die Statue gewagt, hätte sie sogar herunterfallen können», sagte Restaurator Vitus Wey damals gegenüber unserer Zeitung.

Wieder am angestammten Platz

Am Morgen des 14. Augusts nun kehrte Kolin zurück und wurde mit einem Kran auf die ebenfalls restaurierte Säule im Brunnen gehoben:

«Es war höchste Zeit für dieses Face-Lifting», kommentierte Stadtpräsident Karl Kobelt, der zur Feierlichkeit eine kleine Ansprache hielt. Erfreut zeigte er sich darüber, dass die Sanierung rechtzeitig zum Schwingfest abgeschlossen werden konnte. «Die Brunnen gehören zu unserer historischen Altstadt wie der Zytturm, die Häuserzeilen, die Türme und die Gassen. All diese Bauten und Einrichtungen aus alter Zeit bilden ein Ganzes, verströmen ein besonderes Flair und laden zum Verweilen und Erleben ein», so Kobelt stolz.

Auch zu sprechen kam er auf die unklare Identität der Statue. «Spekuliert wird, das Peter Kolin gezeigt wird, der im Jahr 1414 zum Ammann des Standes Zug gewählt worden war und 1422 in der Schlacht von Arbedo fiel.» Oder aber, dass es einer seiner Enkel, Hans Kolin oder Wolfgang Kolin, sei. Faktum sei aber, dass bereits 1540 erste schriftliche Zeugnisse über die Errichtung eines Brunnens an diesem Ort berichten würden. «Und Fakt ist auch, dass es sich um eine sehr alte Figur handeln muss, da in Archiven keine Angaben über die Herstellung einer Kopie zu finden sind», so Kobelt.

Ein besonderes Foto versteckt

69 000 Franken hat die Sanierung des Brunnens gekostet, etwas mehr als erwartet. Ein Grossteil davon wird aus Mitteln von Bund und Kanton bezahlt. Beispielsweise mussten die abgebrochenen Beine wieder aufwendig befestigt, Dellen beseitigt und die Statue wieder komplett mit Ölfarbe bemalt werden. Zudem wurde die Statue neu vergoldet. Und dann hat Restaurator Wey sich noch etwas Besonderes einfallen lassen: Früher, erklärte er, sei es Tradition gewesen, eine Münze in die Nische zwischen Statue und Säule zu legen. Er hat nun dort aber ein Foto reingelegt. Es zeigt den Siegermuni Kolin bei der Präsentation vor dem noch nicht restaurierten Brunnen. «Eigentlich wollten wir ein Büschel Haare, aber niemand hat sich getraut, diese zu holen», scherzte Wey. So wird man sich bei einer nächsten Restauration in vielleicht 40 Jahren daran erinnern, dass im Jahr der letzten Restauration in Zug ein Jahrhundertanlass stattfand.

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