Des Steivaters eindrücklicher Auftritt als König der Seefahrer

Nach der Taufe des Steinhauser Steigrinds auf dem Kreisel folgte die feierliche Inthronisation von Steivater Gregor dem Ersten. Mit ihm übernimmt ein junger und waschechter Fasnächtler die Regentschaft.

Hansruedi Hürlimann
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Steivater Gregor I. tauft den Steigrind in der Mitte des Kreisels im Dorfzentrum.

Steivater Gregor I. tauft den Steigrind in der Mitte des Kreisels im Dorfzentrum.

Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 1. Februar 2020)

Allein schon der Auftritt an der Grindentaufe war eindrücklich, erreichte das zukünftige Oberhaupt den Ort des Geschehens doch auf einem veritablen Segelboot. Als Schreiner und erfahrener Wagenbauer habe er mit Unterstützung seines Gefolges seit Mitte November daran gearbeitet, wie er unserer Zeitung gegenüber sagte.

Zusammen mit seiner Vorgängerin, Steimueter Nicole I., bespritzte er den Steigrind, dem dank seinem Hochsitz und den vier Gesichtern nichts entgeht. Das Steinhauser Fasnachtssymbol hat es inzwischen sogar auf die Titelseite des Pfarreiblattes der katholischen Kirche des Kantons Zug geschafft.

Er kennt die Fasnacht in- und auswendig

Die Fortsetzung der Festivitäten erfolgte danach im Gemeindesaal, wo sich die vielen Fasnächtler zuerst verpflegen konnten. Nach einem letzten Linedance mit ihrem Hofstaat gab die amtierende Steimueter die Insignien ihrer Macht ab. Danach bat das Präsidentenpaar der Steinhauser Fasnacht, Christina und Roland Lacher, Gregor Imholz auf die Bühne, um ihn als Gregor I. einzukleiden. Der 32-Jährige ist zusammen mit drei Geschwistern in Steinhausen aufgewachsen und «ein echter Vereinsmensch, der in verschiedenen Organisationen mitmachte und Hand anlegte», wie er selbst sagte. Seit 17 Jahren ist er ein tragendes Mitglied der Guggenmusik Steischränzer und kennt das Fasnachtsgeschehen deshalb in- und auswendig.

Sein Motto «Meerwägstüür» liest sich wie ein Wortspiel, das eine gewisse Interpretation zulässt. Das habe er bewusst gewählt, denn die Fasnacht dürfe neue Sichtweisen eröffnen, so seine Begründung. Sinnbildlich dafür stehe sein Segelschiff, das zu Entdeckungsreisen einlade. Auch sein Gefolge von 16 Personen, welche die unterschiedlichsten Personen verkörpern, widerspiegeln diese Offenheit.

Die anschliessenden Huldigungen zeichneten das Bild eines originellen Steivaters mit Anspielungen auf seine Vorlieben und Schwächen. So gaben seine Familie und einige Freunde amüsante Anekdoten zum Besten, die nur sie als Insider kannten. Das galt auch für die Steischränzer, die in Versform zugespitzte und mit Fotos untermalten Ereignisse zu neuem Leben erweckten.

Ein «ultimatives Ruheutensil»

Ein weiterer Beleg für die Originalität des diesjährigen Steivaters findet sich im Programmheft der Fasi 2020. Dort gibt es einen Wettbewerb, der dem Gewinner ein ganz besonderes Geschenk verspricht, nämlich ein Kissen, gestopft mit den geschorenen Bart- und Kopfhaaren des Fasnachtsoberhauptes. Das sei «das ultimative Ruheutensil nach der Fasnacht», so das Versprechen.

Und wenn es derart weiter geht unter der Regentschaft von Gregor I. wie an der Eröffnung, ist so ein Ruhekissen spätestens am Aschermittwoch höchst willkommen.

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