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Paulina Sobczyk spielt «Despacito» auf der Violine

Wer wissen will, wie gut sich Sommerhits auf der Violine anhören, muss derzeit nur zum Bahnhof Zug laufen. Hier zeigt Musiklehrerin Paulina Sobczyk aus Krakau ihr Können. Sie ist ihrem Freund in die Schweiz gefolgt.
Christopher Gilb
Paulina Sobczyk an ihrem Stammplatz beim Bahnhof Zug. Immer wieder dreht sie sich den Passanten zu. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 20. Juli 2018))

Paulina Sobczyk an ihrem Stammplatz beim Bahnhof Zug. Immer wieder dreht sie sich den Passanten zu. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 20. Juli 2018))

Manchmal fühle sie sich wie eine Art Psychologin, erzählt Paulina Sobczyk in einer Spielpause. Sie schaue dann die Passanten an und überlege sich, welche Musik diesen gefallen könnte. «Teils ist es eher etwas Klassisches, aber häufig ist es leichte Musik», sagt sie in gebrochenem Deutsch.

Deshalb spielt sie derzeit regelmässig Sommerhits auf der Violine an ihrem Stammplatz beim Eingang zum Bahnhof Zug. So unter anderem den Hit «Despacito» vom Puerto Ricaner Luis Fonsi. «Wenn die Leute dann lächeln, weiss ich, dass es die richtige Wahl war.» Und was sie spielt, klingt wirklich gut. Auch der ungeschulte Zuhörer wünscht sich nach ihrer Vorführung, dass auch solche Musik öfters auf der Violine gespielt würde.

Die 29-Jährige aus Krakau lebt seit Ende Juni in der Schweiz. Sie ist ihrem Freund gefolgt, der hier im Januar eine neue Anstellung gefunden hat, und wohnt nun mit ihm gemeinsam in Zug. «Es war sein grosser Traum, also dachte ich, als ich im Juni mein Studium als Dirigentin abgeschlossen hatte, wieso nicht? Jetzt muss ich hier eben neu starten.»

Mit sieben wollte sie in die Musikschule

Am Bahnhof spielt die 29-Jährige nun, um sich und ihre Musik bekannter zu machen. «Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich auf der Strasse spiele. Am Anfang wusste ich auch nicht, ob ich wiederkomme, aber dann hat es den Passanten gefallen, und ich blieb.» Am Standort am Bahnhof Zug schätze sie aber nicht nur die Resonanz, sondern auch, dass der Klang der Violine dort gut zur Geltung komme.

Diese zu spielen, hat sie mit sieben Jahren begonnen. «Das war eine lustige Geschichte. Ich habe einen Bruder und eine Schwester, und beide gingen in die Musikschule, also wollte auch ich gehen, meine Eltern aber rieten mir ab», so Sobczyk. Es sei sehr anstrengend und kompliziert, hätten sie gesagt. «Das wollte ich aber nicht akzeptieren. Ich bin eben ein sehr ehrgeiziger Mensch, also ging ich auch.»

Und die Musik hat eine wichtige Rolle in ihrem Leben behalten. «In Krakau habe ich neben dem Studium eine kleine Firma betrieben und die passende Musik für Hochzeiten und andere Veranstaltungen organisiert.» Oft sei sie natürlich an diesen auch selbst aufgetreten. Zudem habe sie Chöre teilweise auch solche mit Senioren geleitet und Violinen- und Gesangsunterricht gegeben. Auch in der Schweiz gibt sie bereits zwei Personen Privatunterricht. Der Kontakt sei über Facebook entstanden.

Manchmal aber vermisse sie dann doch ihre vielen Schüler in Polen, verrät sie. Bereits sei sie einmal für eine Woche zurückgekehrt und werde dies auch in der Zukunft noch öfters machen. Sie hofft nun aber auch an ihrem neuen Wohnort noch häufiger Musikunterricht geben zu können, und auch den einen oder anderen Auftritt an einem Fest zu erhalten. Bereits hätten sich Leute am Bahnhof nach Unterricht erkundigt. Und bis es soweit ist, steht sie regelmässig am Bahnhof – meist am Vormittag und am späten Nachmittag – und stimmt passend zur Jahreszeit den passenden Song auf ihrer Violine an.

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