DETAILHANDEL: Nicht nur die Zuger «Fussball-Arena» ist bereit für die EM

In drei Tagen ist es so weit: Die Spiele in Frankreich werden angepfiffen. In Zug haben sich einige Geschäfte darauf eingestellt.

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Quasi das inoffizielle EM-Stadion in Zug: das mit Flaggen dekorierte Metalli-Einkaufszentrum mit TV, Liegestühlen, Töggelikästen und vielen Fanartikeln. (Bild Stefan Kaiser)

Quasi das inoffizielle EM-Stadion in Zug: das mit Flaggen dekorierte Metalli-Einkaufszentrum mit TV, Liegestühlen, Töggelikästen und vielen Fanartikeln. (Bild Stefan Kaiser)

Zugegeben: Mit dieser Trillerpfeife wäre wohl der beste Schiedsrichter der Welt aufgeschmissen – weil sie keinen Ton von sich gibt. Dafür würde sie den Unparteiischen in Frankreich als Pausensnack sicher munden: Denn die Trillerpfeifen der Zuger Confiserie Speck, gegossen in feiner Milch- und weisser Schokolade, schmecken vortrefflich und sind kalorienreich. Preis für die süssen Pfeifen: 4.80 Franken. Eine andere originelle Trillerpfeife schrillt bei Bedarf sehr wohl und wirkt ebenso pfiffig. Manor in Zug bietet in der Herrenabteilung nämlich Unterhosen im «Bällchen»-Design feil – mit einer Mini-Trillerpfeife am Gummizug als neckische Applikation: Damit ist Mann gegen jeden Regelverstoss gewappnet. Kostenpunkt: 9.90 Franken.

Bunter Fussballbazar

In drei Tagen beginnt die EM in Frankreich. Auch der Zuger Detailhandel ist bestens gerüstet mit Artikeln für Fans – wobei man sagen muss, dass die wenigsten Läden im Zentrum der Stadt Zug wirklich mit Fussball an vorderster Front agieren – wie man bei einem Bummel durch die Stadt feststellt.

Okay, es gibt da zum Beispiel so ein stimmungsvoll dekoriertes Coiffeurgeschäft, wie die «Haarindustrie» in der Industriestrasse, wo der Kunde zwischen Waschen und Föhnen unter grossen Flaggen der EM-Teilnehmer von Siegen seiner Mannschaft träumen kann. Oder sich lieber gleich eine so schnittige Frisur wie die von Ronaldo verpassen lässt.

Apropos Flaggen. Die inoffizielle EM-Fussballarena in Zug ist zweifellos das Metalli-Einkaufszentrum. Dort hängen nicht nur sämtliche Nationalflaggen aller EM-Mannschaften an den Wänden. Ochsner-Sport lädt mit Töggelikästen, Liegestühlen und einem grossen Fernseher Passanten zum Verweilen ein. «Das ist super mit den Töggelikästen mitten in der Stadt», sagt ein junger Mann, der gerade gegen seinen Kollegen mächtig an den Stangen kurbelt. «Da kann man einfach mal in der Mittagspause ein bisschen spielen.» Auch die teils edlen Trikots der einzelnen «Natis» sind hier zu erstehen – ein bunter Fussballbazar, der die Shopping-Mall mit Leben erfüllt. Wobei die roten Nationaltrikots mit dem schwarzen Doppeladler aus «Shqipëria» übrigens absichtlich genau im Blickfeld der Verkäufer vor der Kasse platziert seien, wie ein Angestellter wissen lässt.

Doch es gibt natürlich noch viel mehr zu entdecken in Zug in Sachen EM-Utensilien. Recht praktisch für den grossen Durst bei den hoffentlich bald steigenden Temperaturen wirkt die Kühltasche mit dem Schweizer Kreuz drauf – bei Interdiscount für 9.95 Franken zu haben. Wessen Herz für Folklore schlägt, sollte sich bei Coop-City eine Hawaii-Kette für 3.95 Franken in den gewünschten Farben leisten und um den Hals hängen. Bei Manor kann man sich für 6.90 Franken mit einem tutenden «Air-Horn» ausrüsten – bestens geeignet für den Jubel beim Siegerkorso durch die Zuger Innenstadt am kommenden Samstag nach dem Spiel zwischen der Schweiz und Albanien. Spielfreaks unter den Fans freuen sich bei Franz Carl Weber über die «Halbzeituhr», um sich dann zu Hause, beim Nachspielen eines EM-Matchs im Tippkick-Format, die entsprechende Stadion-Live-Atmosphäre samt Jubel, Anpfiff und Nachspielzeit zu gönnen. Kostenpunkt: 44.95 Franken. Deutlich günstiger sind da die Papier-Lampions für Romantiker im Fussball-Look bei Coop-City (Dreierpack für 9.95 Franken).

Grosse Bibliothek

Den Super-EM-Service bietet wohl Bücher Balmer: Denn fast als genial zu bezeichnen ist dort die kleine «Bibliothek» rund um den Fussball – mit spannenden Biografien und Philosophischem über Heldenhaftes und Tragödien. Wussten Sie eigentlich, dass Polens Stürmer-Star «Kuba» Baszczykowski als junger Mann die Ermordung seiner Mutter durch seinen Vater miterleben musste?

Wolfgang Holz