Leserbrief

Die absurde Aussage eines Bistumssprechers

«Nur ‹Geweihte›: Pfarreien sind skeptisch», Ausgabe vom 14. August

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Ich gehe von der Annahme aus, dass die Aussage des Sprechers des Bistums Chur, Guiseppe Gracia, im Zeitungsartikel korrekt wiedergegeben ist. Er äusserst sich zum Thema, dass es heute zu wenig Priester gäbe, wie folgt: «Wir haben heute weniger Priester als früher, das stimmt. Aber wir haben auch viel weniger Leute, die in die Kirche gehen, als früher. Somit geht alles wieder auf.» In anderen Worten – für Herrn Gracia ist die Welt offensichtlich in Ordnung, wenn das Verhältnis Priester zu Kirchengängern stimmt, auch wenn die Gleichung «Priester zu Kirchengängern» Richtung Null tendiert. Diese Aussage ist an Absurdität kaum zu übertreffen. Es ist eine absolute Missachtung und Geringschätzung all derer und vor allem der «Nicht-Geweihten», die sich tagtäglich für den Glauben einsetzen. Abgesehen davon wage ich zu behaupten, dass die Gläubigen weniger abgenommen haben als die Priester. Bei der Aufgabe der Seelsorger sollten vor allem die Gläubigen und Menschen im Allgemeinen im Fokus sein – und nicht nur die Kirchgänger. Ich wünsche allen in den Kirchen Engagierten, trotz solcher Aussagen, viel Durchhaltewillen und Freude an ihrer Aufgabe  – und taube Ohren für solch «einfältige» Aussagen eines Bistumssprechers.

Karl Huwyler, Präsident Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug, Präsident Kirchenrat, Walchwil