Leserbrief

Die Achillesferse sind die Provider-Mietverträge

«Bundesrat gegen mehr Strahlung», Ausgabe vom 23. April

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Der Bundesrat hat letzte Woche beschlossen, die Grenzwerte für Mobilfunkanlagen unverändert zu belassen. Damit handelt der Bundesrat weise, denn die strengen Grenzwerte in der Schweiz müssen dem in unserer Verfassung verankerten Vorsorgeprinzip genügen. Weder wird der Vorsprung der Schweiz in der Digitalisierung aufs Spiel gesetzt, noch wird der Aufbau des 5G-Netzes stocken. Dass es wohl zu einer Verdoppelung der Antennenanlagen kommen wird, beobachtet man auch in anderen Ländern und Regionen, die notabene sehr viel laschere Grenzwerte haben als wir. Die Schweizer Mobilfunknetze sind seit Jahren im europäischen Vergleich mit grossem Abstand die besten. Die Achillesferse des Schweizer Mobilfunks ist nicht der Grenzwert, sondern dass sich nicht genügend Grundeigentümer finden lassen, welche die sehr einseitig formulierten Provider-Mietverträge unterschreiben wollen. Der Kommentar zu einem Mobilfunk-Bundesgerichtsurteil von Hubert Stöckli von der Uni Fribourg spricht diesbezüglich Klartext: «Es sehe sich vor, wer als Vermieter einen solchen Vertrag eingeht. Die Bindung ist dauerhaft, der Rummel voraussehbar, die vorzeitige Vertragsauflösung kaum möglich – und der Mietzins bei alledem bescheiden!»

Daniel Gruber, Zug