Leserbrief

Die Allianz der Bürgerlichen brechen

«Der Vaterschaftsurlaub gilt bereits als veraltet», Ausgabe vom 11. September

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Wer die Debatte zum Vaterschaftsurlaub im Nationalrat mitverfolgt hat, hat gesehen, dass dieser Rat völlig an den Anliegen der Bevölkerung vorbei politisiert.

Denn der Rat ist völlig überaltert und besetzt mit vielen Menschen, die in der Vergangenheit stecken geblieben sind, so kann ein Drittel der Ratsmitglieder die bestehende Regelung von 1 Tag Vaterschaftsurlaub – etwa gleich wie bei einem Wohnungsumzug vertreten.

Darunter auch zwei der drei Zuger Vertreter. Dabei sind Argumente gefallen, die das Vatersein mit einer Samenspende vergleichen – nicht nur eine Frechheit, sondern auch ein völlig veraltetes Bild von Vaterschaft. Ich fordere eine moderne Familienpolitik in der Mutter wie Vater zu gleichen Teilen an der Erziehung der Kinder teilhaben, denn nur so können wir auch irgendwann die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern erreichen.

Dies bedingt eine ausgebaute Elternzeit von mindestens neun Monaten, die zu gleichen Teilen bezogen werden kann. Im Parlament wurde die gemässigte Forderung von vier Wochen Vaterschaftsurlaub abgelehnt und mickrige zwei Wochen beschlossen.

Damit es endlich schneller vorangeht in der Familienpolitik, braucht es im Herbst mehr progressive linke Kräfte für Bern, um die Allianz der Ewiggestrigen Bürgerlichen zu brechen!

Virginia Köpfli, Nationalratskandidatin SP, Präsidentin SP Hünenberg, Hünenberg See