Leserbrief

Die Anständigen sind am Ende die Dummen

«Zürich büsst Frau wegen Zeitungsbündel», Ausgabe vom 10. Oktober

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Eine Frau in der Stadt Zürich muss 270 Franken Busse und Gebühren bezahlen, weil sie ein sauber verschnürtes Zeitungsbündel irrtümlich zu früh auf dem Trottoir depo­niert hat. Hat unser Staat – in diesem Fall das Statthalteramt des Bezirks Zürich – noch alle Tassen im Schrank? Jedenfalls hat er für dieses «Vergehen» folgende sprach­liche Missgeburt zur Hand: «Pflichtwidrige Unvorsichtigkeit». Aha.

Tatsache ist jedoch folgende: Tausende Hauswarte und Hauseigentümer (ich bin selber ein Betroffener) entfernen fast täglich und auf eigene Kosten selbstlos Abfälle und Sperrgut, die von Idioten achtlos, widerrechtlich und vorsätzlich auf private Grundstücke wie Wiesen, vor Hauseingänge oder neben Container geschmissen werden. Würden wir das nicht tun, sähen unsere Städte bald wie Slums aus. Und vom Aufstellen von Überwachungskameras raten alle Behörden aus ominösen Gründen ab, meist wegen des «Datenschutzes».

Ach ja, die Identitäten von Vandalen, Abfallsündern und Gaunern müssen halt geschützt werden, nicht wahr? Damit man sie ja nicht erwischt und in den Senkel stellen kann. Die Steuerzahlenden und die Anständigen sind am Ende jedoch immer die Dummen – sie bezahlen nämlich die Folgen der Achtlosigkeit aller Abfall-Idioten via Steuergelder.

Irgendwann überläuft das Fass, wertes Polizeikorps und werte Behörden. Merkt Ihr nicht, dass Ihr durch solche Handlungen Wutbürger geradezu züchtet? Kommt doch zur Vernunft und erwischt und verurteilt die Richtigen, nämlich die Abfall-­Idioten – oder in Eurer Sprache: Die vorsätzlich agierenden Delinquenten und Delinquentinnen.

Ueli Krasser, Hagendorn