Leserbrief

Die Art und Weise der Beschaffung von Kampfflugzeugen zeugt von schlechtem Stil

«Geld für Raketen statt Kampfjets», Ausgabe vom 21. November

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Die Linken bestellen bei einem Ex-Luftwaffenoffizier des Klassenfeinds USA ein Gutachten gegen neue «Hochleistungskampfflugzeuge» und gehen damit hausieren. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Nun denn: Auch in der Schweiz haben wir zuhauf Ex-Luftwaffenoffiziere. Ich selbst bin auch einer von denen, noch dazu von der altehrwürdigen schweren Fliegerabwehr Lenkwaffe BL-64 «Bloodhound», die unter anderem auf dem Gubel ob Menzingen stationiert waren.

Gute Luftwaffenoffiziere wissen nun aber, dass es einen guten Mix aus Lenkwaffen und Kampfflugzeugen braucht, um den eigenen Luftraum wirkungsvoll zu schützen, sonst kann man es gleich bleiben lassen. Leider hat die Schweiz als neutraler und unabhängiger Staat keine andere Wahl als ihren Luftraum selbst zu schützen. Also machen wir es richtig, so wie das durch die VBS-Vorsteherin mit dem Nicollier-Bericht verifiziert und mit dem Planungsbeschluss aufgegleist wurde.

Wir tun gut daran, unsere Soldaten, sei es am Boden oder in der Luft, bestmöglich auszurüsten. Denn wenn es zu Aggressionen kommt, wäre es höchst unfair, unseren Bürgersoldaten zumuten zu wollen, mit ungleich langen Spiessen dem Gegner zu begegnen. Nun geht es einzig und alleine um die Grundsatzfrage, ob wir für die in die Jahre gekommenen F/A-18 Kampfflugzeuge einen Ersatz wollen, der in einem Konflikt auch besteht? Es geht nicht um die Frage nach einem bestimmten Flugzeugtyp, denn in dieser Frage haben wir Tausende von Aviatik-Experten in der Schweiz, die es alle besser wissen. Da vertraue ich auf die kompetenten Mitarbeiter der Luftwaffe und Armasuisse, die das besser können als der «Otto-Normalverbraucher».

Zum Schluss: Mit dem Planungsbeschluss und dem damit verbundenen Kostendach von 6 Milliarden Franken beschaffen wir nur die Stückzahlen des NKF (neues Kampfflugzeug), die für eine niedrige Bedrohung notwendig sind. Bei anhaltender Bedrohung oder einem Luftkrieg bräuchte es ein Vielfaches dieser Stückzahlen – und das ist auch den Genossen klar. Aber eben: Ehrlich zu vertreten, dass es ihnen eigentlich um die Armeeabschaffung geht, wie das in ihrem Parteiprogramm steht, liest man nirgends, was von Charakterschwäche und schlechtem Stil zeugt.

Daniel Gruber, Zug