Die Baarer Schulen planen ein nachhaltiges Waldhaus

In Zusammenarbeit mit der Korporation Baar-Dorf möchten die Schulen ein altes Munitionslager zu einem Waldschulhaus herrichten.

Tijana Nikolic
Hören
Drucken
Teilen
Das alte Munitionsdepot in der Nähe der Höllhäuser in einer Waldlichtung soll zum Waldschulhaus umfunktioniert werden.

Das alte Munitionsdepot in der Nähe der Höllhäuser in einer Waldlichtung soll zum Waldschulhaus umfunktioniert werden.

Bild: Christian H. Hildebrand (Baar, 21. Februar 2020)

Ab kommendem Schuljahr werden die Schulen Baar ein Waldhaus realisieren, heisst es im jährlichen Campus-Heft. Dieses soll in unmittelbarer Nähe der Höllhäuser in Baar sein und für alle Stufen, vom Kindergarten bis zur Oberstufe, zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck wollen die Schulen Baar, unterstützt vom Gemeinderat und der Abteilung Liegenschaften und Sport, ein altes Munitionsdepot der Korporation Baar-Dorf an der Höllstrasse mieten und die nötigen Anpassungen daran vornehmen.

«Das Grundstück ist momentan in der Umzonung», sagt Walter W. Andermatt, Präsident der Korporation Baar-Dorf. Das Munitionslager befinde sich im Wald. Jedoch in einer Lichtung, sodass es doch nicht mehr als Wald bezeichnet werde. Momentan gelte der Platz noch als Landwirtschaftszone. «Im Wald wäre es von der Gesetzeslage her schwierig, ein Waldschulhaus zu realisieren», so Andermatt. Sobald die Umzonung durch ist, können die Schulen Baar mit dem Projekt starten. Ziel davon sei es, den Schülern den Wald, die Lorze und das Naherholungsgebiet im Baarer Höllwald näher zu bringen.

Unterricht soll nach draussen verlegt werden

Das Munitionsdepot brauche zu Beginn eine Generalüberholung: «Es müssen Fenster in das Gebäude reingemacht, die Wände verkleidet sowie der Anschluss an die Kanalisation realisiert werden», so Andermatt weiter. Als Projektleiter wird Peter Waser, Schulleiter der Oberstufenschule Sternmatt 2 und Mitglied der Steuergruppe Time-In, genannt. Zum Projekt Waldhaus will Waser sich momentan jedoch nicht äussern. Das Waldhaus solle den Schulen ermöglichen, sich noch intensiver mit der Natur auseinanderzusetzen und den Unterricht nach draussen zu verlegen, heisst es im Campus-Heft weiter. Erlebnispädagogische Themen sollen in Zukunft mit dem Wasser, dem Wald und der Natur konkret vor Ort erarbeitet werden.

Die Jugendlichen aus dem Time-In Schulen Baar – ein Konzept, das es erlaubt, Schülern mit herausforderndem Verhalten eine Auszeit vom Regelunterricht zu gewähren – sollen bei diesem nachhaltigen Umbauprojekt tatkräftig mithelfen. Ebenfalls plant die Korporation Baar-Dorf im dortigen Wald den Bau eines «Schlaufenstegs» zur Verbindung des Hündlitals mit dem südlich davon gelegenen Vogelwinkel, heisst es im Amtsblatt. Andermatt erklärt:

«Geplant ist hier eine Aussichtsplattform mit Sicht auf die Alpen einerseits und anderseits mit Blick auf die Stadt Zug.»

Der Schlaufensteg soll nach oben, durch den Wald in Richtung Oberallmend führen, damit man den Wald aus der Höhe auf eine andere Art kennen lernen kann. «Durch das Treppensteigen soll zusätzlich der sportliche und gesundheitliche Aspekt gefördert werden», so Andermatt weiter. Der Steg würde sich in der Nähe des Waldhauses befinden und wäre dadurch auch für die Schüler gut erreichbar und nützlich.

Für das Projekt am Waldrand muss sowohl definitiv als auch temporär Wald gerodet werden. Die definitive Rodungsfläche für beide Bauten beträgt 184 Quadratmeter. «Natürlich wird dafür als Kompensation im gegenüberliegenden Gebiet auf der anderen Seite der Lorze die gleiche Fläche aufgeforstet», sagt Andermatt abschliessend. Das Rodungs- und Bauvorhaben liegt bis am 4. März bei der Gemeindeverwaltung auf. Bis dahin kann dagegen Einsprache erhoben werden.