Leserbrief

Die beiden Büetzer Buebe «missbrauchen» die Jungfrau

«Die Büetzer Buebe rocken die Esaf-Arena», Ausgabe vom 25. Juli

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Keine Angst, ich will Gölä und Trauffer keinen sexuellen Übergriff andichten. Mit dem Entscheid, zum offiziellen Esaf-Song «Maa gäge Maa» auf dem Gipfel der Jungfrau einen Video-Clip zu drehen, haben sie aber trotzdem eine Grenze überschritten. Es gibt in den Schweizer Alpen genau bezeichnete Gebirgslandeplätze. Der Gipfel der 4158 Meter hohen Jungfrau im Berner Oberland gehört nicht dazu. Was hat die beiden geritten, mit dem Heli auf einen 4000er zu fliegen, um einen Song übers Schwingen zu singen? Da haben sie dem Esaf, das sich eine Reduktion der Umweltbelastung auf die Fahne geschrieben hat, einen Bärendienst erwiesen.

Anstatt die Gebirgsruhe im Unesco-Weltnaturerbegebiet Aletsch zu stören, hätte der Video-Clip gerade so gut in der Region Zug – wo das Esaf ja stattfindet – oder vor einem schmucken Bauernhaus gedreht werden können – nachhaltig eben! So hätte die an sich witzige Idee – Sänger versuchen sich als Schwinger und Schwinger versuchen sich als Sänger – bedeutend sympathischer vermittelt werden können.

Übrigens: Der Aletschgletscher, dessen Eis unter anderem von der Jungfrau her kommt, hat in den letzten 40 Jahren rund 1300 Meter an Länge und rund 900 Millionen Tonnen Eis verloren. Aber Gölä und Trauffer haben mit ihrer unnützen Helifliegerei dazu ja nur 0,0000000X Promille beigetragen.

André Guntern, Vizepräsident Alternative – die Grünen Baar