Bald soll es in Baar eine Kommunikationsstelle geben

Bislang fehlte in Baar eine Kommunikationsstelle. Das soll sich bald ändern.

Vanessa Varisco
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Aktuell hat die einwohnermässig zweitgrösste Gemeinde im Kanton eine Stelle für eine Kommunikationsfachfrau oder einen Kommunikationsfachmann im 60 bis 80 Prozentpensum ausgeschrieben. Weshalb eine solche in Baar als notwendig erachtet wird, erklärt Gemeindeschreiberin Andrea Bertolosi: «Die Tätigkeit der Gemeinde hat über die letzten Jahre in verschiedenen Bereichen zugenommen.» Als Beispiele nennt sie die zahlreichen Neubauten, die aktuell erstellt werden oder noch in Planung sind.

Auch die Ortsplanungsrevision und das Wachstum der Bevölkerung seien Gründe, weshalb man die Kommunikation professionalisieren wolle. «Die derzeitige Entwicklung von Baar zurzeit ist nicht vergleichbar mit den Vorjahren. Der Gemeinde ist es ein Anliegen, die Einwohnerinnen und Einwohner diesbezüglich à jour zu halten», führt die Gemeindeschreiberin aus.

Vor drei Jahren äusserte sich der damalige Gemeindepräsident Andreas Hotz noch kritisch gegenüber einer Kommunikationsstelle. Er wisse beim besten Willen nicht, wie man besser kommunizieren könnte, begründete er damals, weshalb der Gemeinderat keine Stelle dieser Art schaffe.

Analyse zeigte Bedarf für Pressestelle

Ein CVP-Gemeinderat absolvierte zu dieser Zeit einen politischen Weiterbildungskurs an der Universität St.Gallen und verfasste im Zuge dessen eine Arbeit zum Thema «Einwohnergemeinde Baar: Analyse der Richtlinien und Verhaltensweisen im Umgang mit Medien.»

Nach der Analyse der damaligen Situation gab er unter anderem die Empfehlung ein separates umfassendes Kommunikationskonzept zu entwerfen und plädierte «klar für die Schaffung einer eigentlichen Medien-/Pressestelle». Auch für die Gemeinderäte sah er einen Vorteil, wie er in seiner Arbeit schreibt: «Eine professionalisierte Stelle könnte meines Erachtens Doppelspurigkeiten und ungewollte Mehrbelastungen (physisch oder psychisch) bei den Betroffenen verringern.»

Nun liegen offensichtlich gewichtige Gründe vor, um doch eine professionalisierte Stelle einzuführen. Darüber hat der Gemeinderat im Sommer dieses Jahres beraten, als er ein Kommunikationskonzept verabschiedet hat. Ungefähr im September sei laut Bertolosi entschieden worden, eine Fachperson einzustellen. Worin werden denn künftig deren Aufgaben bestehen? «In der Kommunikation mit der Bevölkerung sowie den Medien und der internen Kommunikation», antwortet Bertolosi und schiebt nach: «Diese Aufgaben wurden bereits in der Vergangenheit vom Gemeinderat und dem Gemeindeschreiber wahrgenommen. Nur nicht in der Intensität, in welcher dies ab nächstem Jahr geschehen soll.»

Zu den Aufgaben gehört ausserdem das Bewirtschaften der gemeindeeigenen Homepage sowie das Bespielen der sozialen Medien. Darauf will Baar in Zukunft mehr Fokus legen, wie sich in der Ausarbeitung des Kommunikationskonzeptes herauskristallisiert habe. Andrea Bertolosi erläutert: «Wir möchten alle Generationen – insbesondere auch die jüngere – mit Informationen eindecken.»

Beauftragter soll Stelle mitgestalten

Nicht alle Aufgaben sind im Vorhinein festgelegt worden. Denn da zurzeit noch keine professionalisierte Kommunikationsstelle existiert, soll der Fachmann oder die Fachfrau bei der Konzeption mitwirken können. «Gewisse Richtlinien sind festgesetzt, aber wir sind offen», so Bertolosi. Die Kommunikationsbeauftragte hat die Aufgabe die Kommunikation zu koordinieren – Gemeinderäte und Abteilungen werden weiterhin für fachliche Fragen zuständig sein. «Deshalb ist eine gute Vernetzung bestimmt wichtig.»

«Wir hatten einen guten Rücklauf an Bewerbungen», gibt die Gemeindeschreiberin Auskunft. Noch seien aber keine Gespräche geführt worden, da die Bewerbungsfrist bis zum 4. Januar 2020 läuft. Ziel ist, dass die Fachperson im März ihre Arbeit aufnimmt.