Leserbrief
Die Binzmühle ist ein Generationenprojekt

Zur Abstimmung vom 24. November in der Gemeinde Risch

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Die Binzmühle geht mindestens ins 14. Jahrhundert als Besitz des Klosters Muri zurück. Sie ist Teil der Rischer Identität als ehemalige Bauerngemeinde. Die definitive Unterschutzstellung des schützenswerten Gebäudes mit Teilen aus dem 17. Jahrhundert durch die Denkmalpflege ist eine eindeutige Angelegenheit. Dies bedeutet auch Verpflichtung, Sorge zu dieser geschichtsträchtigen Liegenschaft zu tragen. Genau wie jeder private Eigentümer einer denkmalgeschützten Liegenschaft steht auch die Gemeinde Risch in der Pflicht, das ihr übertragene Erbe zu erhalten. Immerhin beinhaltete der damalige Kauf der landwirtschaftlichen Liegenschaft durch die Gemeinde auch das gemeindeeigene Industrieland. Von den rund 37000 Quadratmetern Industrieland ist immer noch eine respektable Fläche im Gemeindeeigentum. Für dieses wichtige Generationenprojekt ist das Geld schon auf diesem Hintergrund längst auf die Seite gelegt. Jetzt beim Thema Lärmschutzwand knausrig zu werden, ist definitiv am falschen Ort gespart. Diese wertet nämlich nicht nur den Wohnraum, sondern das ganze Gebiet auf und nützt auch den heutigen Nachbarn. Der Denkmalschutz hat immer auch das Ziel, die Gebäude einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Wohnraum in Naturnähe und in alten Gebäuden ist sehr wertvoll, begehrt und bietet sich hier als Nutzung geradezu an. Was soll daran schlecht sein? Insbesondere wenn man das damit verbundene Verkehrsaufkommen auf das Minimum reduziert. Ausserdem ist dies garantiert die ruhigste Art von Nutzung und Belebung. Vereinsnutzungen im grösseren Stil vertragen sich nicht mit dem Anliegen dieser Naturoase. Klassen- bzw. Vereinsübernachtungsmöglichkeiten wären rein schon aufgrund der Brandschutzvorschriften mit einer vollständigen Aushöhlung und Umgestaltung der Gebäudestruktur verbunden. Dies muss man schlichtweg als nicht umsetzbar taxieren.

Das vorliegende Projekt bringt Mehrwert für die Bevölkerung, die Vereine und die Rischer Schulen. Als ehemaliger Rektor freut mich insbesondere das Aussenschulzimmer für den Naturkundeunterricht. Dies alles ist ganz im Sinne derjenigen, die sich für den Erwerb der Binzmühleliegenschaft damals eingesetzt haben. Hier handelt es sich um ein unglaublich wertvolles Juwel, ein Generationenprojekt, auf das auch unsere Nachkommen einmal stolz sein können. Nach Jahren des Wachstums ist es nun wirklich an der Zeit, diese edle Aufgabe im Sinne einer naturverträglichen Lösung und in Würdigung des historischen Hintergrundes zügig an die Hand zu nehmen. Mit Ihrer Unterstützung und einem Ja gelingt dies.

Richard Hediger, Rotkreuz

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