Die «Brache» mitten in der Stadt Zug soll sich entwickeln

Der Zuger Stadtrat will das Areal Güterbahnhof mit einem vielseitigen Nutzungsmix weitergestalten. Das freute die Stadtparlamentarier unisono, sie nehmen die Regierung aber bezüglich Umsetzung in die Pflicht.

Laura Sibold
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Bis Anfang Februar war auf dem SBB-Areal Kirschloh noch das «Puurpuur-Pop-up-Dörfli» beheimatet. (Bild: Maria Schmid (20. September 2018))

Bis Anfang Februar war auf dem SBB-Areal Kirschloh noch das «Puurpuur-Pop-up-Dörfli» beheimatet. (Bild: Maria Schmid (20. September 2018))

Grösstenteils zufrieden reagierten die Gemeinderäte Philip C. Brunner (SVP), Roman Burkard (FDP), Martin Eisenring (CVP) und David Meyer (GLP) gestern Abend auf die Antwort des Stadtrates zu ihrem Postulat zur Planung der SBB auf dem Areal Güterbahnhof. Man freue sich über die Rückmeldung des Stadtrates, dass die Verbindungen zwischen den westlichen und östlichen Stadtteilen verbessert und das Areal mit einem vielseitigen, städtischen Nutzungsmix und angemessener städtebaulicher Gestaltung entwickelt werden soll. «Dass es sich von Seiten der SBB nicht lohnt, über die Gleise zu bauen, bedauern wir – auch wenn das grundsätzlich verständlich ist», sagte etwa Postulant David Meyer.

Städtebauliches Konzept wird nun aufgegleist

Sämtliche Fraktionen kehrten in ihren Voten das grosse Potenzial des sogenannten Kirschloh-­Areals am Bahnhof heraus. «Das Areal ist zurzeit aber leider eine Brache mitten in der Stadt Zug», bedauerte FDP-Gemeinderat Roman Burkard und forderte den Grossen Gemeinderat auf, weiterhin ein Auge auf das Projekt zu haben. Mit ihm einig war auch Philip C. Brunner, der die kon­struktiven Gespräche zwischen Stadtrat, SBB und Postulanten hervorstrich. Auch die SP-Fraktion sieht das Areal als wertvoll an und betonte, dass ein Mehrwert für die Bevölkerung entstehen müsse. «Es wurden in der Vergangenheit schon einige Chancen vergeben, eine Quartierentwicklung bewusst zu lenken», sagte SP-Parlamentariern Karin Hägi und führte als Beispiel das ehemalige Siemensareal auf.

Stadträtin Eliane Birchmeier pflichtete allen Voten bei. Man sei in der Planung des Kirschloh-Areals mittlerweile schon sehr weit, der Ball liege bei den SBB. «Sehr wichtig ist uns in Zukunft ein guter Mix aus preisgünstigen Wohnungen und Flächen für Gewerbe sowie Dienstleistungen», legte Birchmeier dar. Diese Nutzungen müssten sorgfältig geplant werden. Der genaue Ablauf der Planung für ein städtebauliches Konzept sowie ein Nutzungskonzept werde in den kommenden Monaten von Stadt und SBB erarbeitet. Das Postulat wurde schliesslich als erledigt abgeschrieben. Bis voraussichtlich Ende 2022 bleibt auf dem Areal Güterbahnhof der Ökihof bestehen, welcher attraktive Nutzungsmix danach an zentraler Lage zu stehen kommt, wird sich zeigen.