Die Brandruine in Merenschwand wird wieder zur Waldhütte

Der Merenschwander Gemeinderat erteilte die Baubewilligung für den Wiederaufbau des Waldhauses Galgenholz.

Melanie Burgener
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Die Waldhütte brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Die Waldhütte brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Bild: PD

Der Schock in der Bevölkerung war gross, als Merenschwand im August vor einem Jahr von Brandstiftern heimgesucht worden ist. Innerhalb von nur knapp 27 Stunden haben ein damals 22-Jähriger und seine 17-jährige Freundin in der Gemeinde gleich an drei Orten Feuer gelegt. Die Kistenfabrik und die Thujahecke bei einem Einfamilienhaus konnten von der Feuerwehr schnell gelöscht und so eine komplette Zerstörung und Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Doch für die Waldhütte Galgenholz kam jede Hilfe zu spät. «Sie war nicht mehr zu retten», schrieb die Kantonspolizei damals im Anschluss.

Denn als die Feuerwehr in jener Nacht auf den Samstag, 17. August 2019, kurz nach 3 Uhr morgens beim Holzhaus eintraf, stand dieses bereits in Vollbrand. Der Sachschaden betrug mehrere hunderttausend Franken, wie die Polizei mitteilte. Personen sind glücklicherweise keine zu Schaden gekommen. «Ich wusste, dass dort in der Nacht niemand ist und wir niemanden hätten verletzen können», sagte der Angeklagte im August dieses Jahres vor Gericht aus.

Wiederaufbau soll noch in diesem Jahr starten

Übrig geblieben ist im Merenschwander Wald ein grosser, verkohlter Haufen, der nur noch mit viel Fantasie an die Hütte erinnert, die hier einmal gestanden hatte. Das soll sich jetzt endlich ändern. Mitte September erteilte der Gemeinderat, rund fünf Monate nach dem Antrag, den Ortsbürgern die Baubewilligung für den Abbruch der Brandruine und den Wiederaufbau der Waldhütte. Eine Abstimmung war dafür nicht notwendig, denn für den Gemeinderat war klar, dass die Waldhütte wieder aufgebaut wird. «Ziel ist es, dass man noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen kann», sagt Gemeindeammann Hannes Küng.

Wie hoch die Kosten für den Abriss und den Neubau sein werden, ist noch nicht klar. Finanziert wird das Bauvorhaben im Wesentlichen von den Versicherungsleistungen, wie Küng auf Anfrage bestätigt. «Sie umfassen 160000 Franken. Es wird angestrebt, dass man mit diesem Geld das ganze Haus bezahlen kann», erklärt er weiter. Natürlich müsse man aber bei einem Neubau gewisse Sachen, wie beispielsweise die Toiletten, dem heutigen Standard anpassen. «Die Ortsbürger sehen gewisse Beträge vor, falls Kosten entstehen, die die Versicherungsleistung überschreiten», sagt Küng.

Die beiden Brandstifter konnten bereits kurz nach ihren Taten festgenommen werden und gestanden sofort, alle drei Feuer gelegt zu haben. Während die junge Frau – nach heutigen Aussagen die Ex-Freundin des Mittäters – sich vor dem Jugendgericht verantworten musste, wurde der damals 22-Jährige im August dieses Jahres vor dem Bezirksgericht Muri verurteilt.

Der Täter befindet sich in Therapie

Statt einer Gefängnisstrafe ist der junge Mann als Ersatzmassnahme seit den Brandstiftungen in Therapie zur Behandlung seiner psychischen Störung und seines Cannabiskonsums. Da er, seiner Aussage zufolge, bei den Bränden mitgeholfen hat, weil er unter dem Druck seiner damaligen, suizidgefährdeten Freundin stand, bekam er von den Bezirksrichtern eine gute Prognose. «Sie haben Defizite, die behandelbar sind», lautete die Urteilsbegründung des Gerichtspräsidenten.