Die Chamer Fussballer klettern nach glückhaftem Sieg auf Platz zwei

Der Sportclub muss im Promotion-League-Spitzenkampf gegen YF Juventus bange Momente überstehen. Dank Geduld und einer geschlossenen Teamleistung gewinnt er mit 2:1.

Martin Mühlebach
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Die Chamer (Mario Bühler, recht) feiern den sechsten Saisonerfolg.

Die Chamer (Mario Bühler, recht) feiern den sechsten Saisonerfolg.

Bild: Raphael Biermayr (Basel, 26. September 2020)

Der Spitzenkampf zwischen dem Tabellendritten SC Cham und dem Tabellenvierten YF Juventus in Zürich war an Spannung kaum mehr zu überbieten. Die vom vormaligen Zug-94-Trainer Ergün Dogru offensiv eingestellten Gastgeber schlugen von Beginn weg ein horrendes Tempo an. Cham, dessen gut organisierte Abwehr unter Dauerdruck stand, gelang es in den ersten 20 Spielminuten nur selten, sich aus der steten Umklammerung zu lösen. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Zürcher in Führung gehen würden.

Eine aussichtsreiche Torchance vermochten sie allerdings erst in der 45. Spielminute heraufzubeschwören, als Cham innerhalb von wenigen Sekunden zweimal nacheinander auch viel Glück in Anspruch nehmen musste, um das torlose Unentschieden in die Halbzeitpause retten zu können.

Torhüter Peterhans ist in starker Form

Nach dem Seitenwechsel drückten die Zürcher erneut aufs Gaspedal. In der 50. Minute bewahrte der Chamer Keeper Marco Peterhans seine Elf mit einer spektakulären Flugeinlage vor dem Rückstand. Und nur zwei Zeigerumdrehungen später warf er sich mutig in die Schussbahn des allein auf ihn zustürmenden Causi Elvedin und zeigte eine spektakuläre Fussabwehr. YF-Trainer Ergün Dogru sagte nach der Partie: «Der Chamer Torhüter hat unsere Führung, die hochverdient gewesen wäre, mit zwei Weltklasseparaden zunichtegemacht.»

Mehr noch. Die gelungenen Interventionen des Chamer Schlussmannes schienen seinem Team das nötige Selbstvertrauen zu verleihen. Denn wenige Augenblicke nach der Fussabwehr setzte Lukas Thöni auf der linken Aussenbahn zu einem unwiderstehlichen Tempolauf an. Auf der Höhe des YF-Strafraums flankte er zu Mitte haargenau auf Rrezart Hoxha, der zum 1:0 für die Gäste traf. Den Zürchern schien dieser unerwartete Gegentreffer den Glauben an die eigenen Fähigkeiten kurzfristig geraubt zu haben. Sie liessen sich vermehrt zurückfallen – und dafür wurden sie bitter bestraft. In der 57. Minute sah Nico Siegrist seinen Schuss vom Zürcher Verteidiger Nick Niederhäusern in das Tor zum 2:0 abgelenkt. Nach dem Anschlusstreffer in der 61. Minute drückten die Gastgeber auf den Ausgleich – vergeblich.

Selbstkritischer Trainer trotz Sieg

Der Chamer Cheftrainer Roland Schwegler gestand: «Wir haben heute viel Glück in Anspruch genommen. Aber was zählt, ist der Sieg, den wir gegen einen wirklich starken Gegner erreicht haben.» Der Chamer Torhüter Marco Peterhans beurteilte die Leistung seines Teams weitaus besser als sein Trainer: «Die grossgewachsenen Gästestürmer sorgten zwar immer wieder für Gefahr vor unserem Tor, aber meine Vorderleute lösten ihre Aufgaben mit Bravour. Es war eine gute Teamleistung, die uns den Sieg bescherte.» YF-Trainer Ergün Dogru sass nach dem Abpfiff noch einige Minuten lang in Gedanken versunken auf der Bank. Er befand: «Dass wir aus unserer Feldüberlegenheit und den vielen guten Torchancen nur einem Treffer zu erzielen vermochten, ist bitter. Die Niederlage schmerzt.»

Der SC Cham ist damit auch nach neun Partien ungeschlagen und liegt nun – fünf Punkte hinter Yverdon – im zweiten Rang.

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