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Crypto Valley: Stadt Zug sieht mehr Chancen als Risiken

Nachdem ein Baarer Krypto-Unternehmen in die Schlagzeilen geriet, stellte eine ALG-Gemeinderätin dem Stadtrat Fragen zu einem allfälligen Reputationsproblem für die Stadt Zug. Die Exekutive sieht vielmehr den Pioniercharakter der neuen Technologie.
Andrea Muff
Eine Mitarbeiterin der Zuger Stadtverwaltung bringt einen Bitcoin-Kleber an. Die Stadt äussert sich nun zu einem potenziellen Reputationsrisiko. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. Juli 2016))

Eine Mitarbeiterin der Zuger Stadtverwaltung bringt einen Bitcoin-Kleber an. Die Stadt äussert sich nun zu einem potenziellen Reputationsrisiko. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. Juli 2016))

Crypto Valley und Blockchain: Begriffe, die in Zug öfters fallen. Die Stadt Zug gehört zu den Pionieren in Sachen Krypto-Währungen und Blockchaintechnologie. Seit rund zwei Jahren akzeptiert sie Bitcoin als Zahlungsmittel für Dienstleistungen der Einwohnerkontrolle. Im November 2017 führte die Stadt Zug die digitale Identität ein. Ende Juni folgte die europaweit erste (Konsultativ-)Abstimmung, die auf dem Blockchainprinzip basiert.

Doch es gibt auch Schattenseiten der neuen Technologien. Das Baarer Krypto-Unternehmen Envion sorgte im Mai für Schlagzeilen. Gemäss NZZ kam es zwischen dem Gründer und dem CEO zu einem Streit. Inzwischen hat die Finanzmarktaufsicht Finma ein Enforcementverfahren eingeleitet. Stadtratskandidatin und Gemeinderätin der Alternative – die Grünen, Astrid Estermann, fürchtete aufgrund des Artikels um die Reputation der Stadt Zug. Sie reichte am 17. Mai die Interpellation «Crypto-Währungen: Ein Reputationsproblem für Zug?» ein. Nun hat der Stadtrat geantwortet.

Angesprochen auf den «Fall Envion» erklärt der Stadtrat: «Allgemein kann festgestellt werden, dass es betreffend Initial Coin Offering (ICO) immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten kommt.» Bei ICOs steht die Kapitalbeschaffung eines Unternehmens im Mittelpunkt. Anstelle von Aktien werden sogenannte Coins oder Token herausgegeben, damit beteiligen sich die Anleger an der Firma. Dass es zu Rechtsstreitigkeiten komme, sei nicht verwunderlich, da es sich dabei um eine neue Finanzierungsform handle. Der Stadtrat begrüsse deshalb, die von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma erlassene Wegleitung zu diesem Thema.

Bei den Fragen von Astrid Estermann werden verschiedene Themen angesprochen. So hält der Stadtrat etwa fest, dass es sich bei den Themen ICO und Kryptowährungen um zweierlei Dinge handle. Kryptowährungen sind digitale Währungen, die verbreitetsten sind Bitcoin und Ether. Die Frage, ob die Stadt Zug diesen blindlings vertraue, verneint sie. Der Stadtrat sei sich der verschiedenen Vor- und Nachteile bewusst. «Gerade im Bereich der ICOs sieht der Stadtrat zudem ein gewisses Missbrauchspotenzial.» Hingegen vor allem im Bereich der Blockchaintechnologie auch zahlreiche Chancen, heisst es.

Hoher Energieverbrauch bei Bitcoin-Transaktionen

Das angesprochene Reputationsrisiko sieht die Stadt «lediglich in beschränktem Ausmasse». Sie meint: «Ein solches lässt sich angesichts des Dilemmas zwischen der Offenheit gegenüber Neuem und möglichen Reputationsschäden auch nicht vermeiden.» Schlagzeilen wie im Fall der Firma Envion könne es unabhängig von der Wirtschaftsbranche geben. «Zusammenfassend erachtet der Stadtrat, wie im Übrigen auch der Regierungsrat, die Chance einer weltweiten Positionierung in einem zukunftsträchtigen Technologiebereich als höher, als die damit einhergehenden Risiken.»

Bei der Frage, wie der hohe Energieverbrauch von Bitcoin-Transaktionen mit den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft zu vereinbaren sei, sieht der Stadtrat zwar die Schwierigkeit, lobt aber die aktuellen Bestrebungen in diesem Bereich. Er rechnet damit, dass es in den nächsten Jahren grosse Fortschritte geben werde.

Ob die Stadt Zug künftig Bitcoin nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren sollte, erübrigt sich laut der Stadtregierung. «So wurden seit letztem Dezember keine Transaktionen mehr durchgeführt.» Die Transaktionskosten seien in den letzten Monaten sehr stark gestiegen. Bei einem kleinen Transaktionsbetrag mache die Kryptowährung wenig Sinn. Im Dezember hat der Stadtrat entschieden, das Projekt auf unbestimmte Zeit weiterlaufen zu lassen. Er reflektiere sein Handeln aber stetig.

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