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Die diesjährige Show des Ten Sing Baar sorgt für viele Lacher

Vor allem der soundtechnisch gut abgemischte Pop-Chor überzeugte bei der Aufführung am Samstag, 9. November.
Fabian Gubser
Der Baarer Jugendverein Ten Sing reisst das Publikum im Gemeindesaal mit. (Bild: Patrick Hürlimann, Baar, 8. November 2019)

Der Baarer Jugendverein Ten Sing reisst das Publikum im Gemeindesaal mit. (Bild: Patrick Hürlimann, Baar, 8. November 2019)

Langsam geht Frau Vogt stirnrunzelnd über einen Bauernhof, in ihren Händen schwingt ein Pendel. «Aha, genau hier sollte ein japanischer Garten hin!», ruft die esoterisch angehauchte und immer leicht hysterische Künstlerin und Architektin plötzlich. «So viel Energie findet man selten!» Das Publikum lacht herzlich.

Die diesjährige Show des Baarer Jugendvereins Ten Sing lebt neben einschlägigen Pop-Songs vor allem durch überzeichnete Figuren wie jene von Frau Vogt (Sina Gisler). Im Mittelpunkt der selbst entworfenen Geschichte steht aber ein Disput zwischen einer ehrlich-naiven Bauernfamilie und einem hinterlistig-gierigen Paar aus der Stadt. Dabei stechen vor allem die männlichen Protagonisten, wie etwa der bereits an Demenz leidende Grossvater Baumann (Marcel Käslin) und der protzige Städter Aschwanden (André Deschwanden), heraus. Beide erweisen sich als Chauvinisten, die gerne laut und auf kreative Art und Weise ausfällig werden: «Schafsekel!» – «Chuefladeufputzer!». Stein des Anstosses ist der Verkauf eines Grundstückes: Um von der Landluft profitieren zu können, erwirbt Aschwanden den Hof der Bauernfamilie. Eigentlich sollten die Baumanns weiterhin auf ihrem Hof leben können. Durch einen vertraglichen Trick verfällt diese Möglichkeit jedoch, wenn die neuen Besitzer das Gebäude abreissen möchten. Dagegen wehren sich die Baumanns vor Gericht. Die aufrichtige und vermögende Ehefrau Aschwanden (Vanessa Scholl) wechselt jedoch die Fronten und eilt der Familie zu Hilfe.

Präsentiert wird die Geschichte auf raffinierte Art und Weise: Als Erzählerin fungiert die Richterin, welche die ehemalige Gerichtsverhandlung Revue passieren lässt. Sie spricht im Hintergrund. Der Handlungsort wechselt jeweils zwischen der Gerichtsverhandlung selbst – aufgebaut vor der Bühne – und der Vorgeschichte, die auf der Bühne stattfindet.

«Das Ten Sing ist wie eine Familie»

Zwischen den Szenen sorgen selbst arrangierte Pop-Stücke für Stimmung. Die grosszügig ausgerüsteten Soundtechniker verstehen es, Chor, Band und Solisten harmonisch aufeinander abzustimmen. Besonders gefallen die Songs «Heimweh» von Plüsch, begleitet von einer Mundharmonika, oder die Ballade «One Call Away» von Charlie Puth – eines von wenigen ruhigen Stücken. Vor der Pause springt dann der Funke auf das Publikum, das zu dem Gute-Laune-Song «Don’t Worry» von Madcon mitklatscht, über.

Im Anschluss an die Show im fast voll besetzten Baarer Gemeindesaal sucht der Besucher vergeblich nach der Gesamtleitung – denn im Verein Ten Sing sind die Hierarchien flach. In einer gemütlichen Runde, bei der nach und nach mehr Mitglieder dazustossen, erzählt Rahel Sennhauser (Leitung Dirigenten), dass es eine Herausforderung sei, mit dem Chor immer voll präsent zu sein. «In der zweiten Hälfte hatten wir noch mehr Energie.» Die Songs wähle man Anfang Jahr gemeinsam zu einem übergreifenden Thema aus; danach folgt die Ausarbeitung der Geschichte. Thomas Morger (Bandleitung) betont: «Die Freude steht im Mittelpunkt.» Alle werden überall einbezogen – vom Bühnenbild bis zur Technik. «Wir machen quasi Jugendarbeit», sagt Morger. Das Konzept kommt offenbar an: Neumitglied Kelvin Meyrat sagt, er werde nächstes Jahr «garantiert» wieder mitmachen. Und Sennhauser bemerkt beiläufig: «Das Ten Sing ist wie eine Familie, die man nicht mehr verliert.»

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