Kolumne

Die etwas anderen Ferien

Wie die Pandemie auch die lang ersehnte Auszeit auf den Kopf stellt. 

Aufgezeichnet von Zoe Gwerder
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Danielle Silberschmidt (42), Geschäftsführerin Zuger Heimatschutz

Danielle Silberschmidt (42), Geschäftsführerin Zuger Heimatschutz

pd

Unsere Frühlingsferien habe ich mir nicht so vorgestellt. Eine Woche in unserem Ferienhaus im Bündnerland hätte es werden sollen – vor Corona. Die Pandemie liess uns nun Ferien auf eine andere Art erleben. Zu Hause, mit dem Ausflug zum Froschweiher als Höhepunkt bezüglich der Unternehmungen.

Für unsere drei Kinder waren es super Ferien. Im Gegensatz zu regulären Schulferien, wie wir sie bis im Februar noch kannten, waren diesmal alle Gspändli im Quartier. Alle waren täglich draussen. Denn in unserer kleinen Nachbarschaft haben wir miteinander vereinbart, dass die Kinder weiterhin innerhalb des Quartiers miteinander spielen können. Zudem genoss es unser Nachwuchs, dass wir Eltern immer zu Hause waren und Zeit hatten.

Neu war für uns Eltern in diesen Ferien auch der Aspekt, dass wir die Nachbarskinder teilweise betreuten. Denn mit der Schulschliessung entschieden wir uns im Quartier, die Betreuung der Kinder gemeinsam zu lösen und uns mit dem gegenseitigen Betreuen abzuwechseln – so eben auch während der Ferien.

Nun ist diese ungewohnte arbeitsfreie Zeit vorbei. Neben unseren Berufen haben wir das Homeschooling unserer Erstklässlerin wieder aufgenommen und müssen neu nun auch noch unser Kindergartenmädchen Aufgaben machen lassen – was bis vor den Schulferien noch freiwillig war. Ich sehne mich nach der Wiedereröffnung der Schulen und etwas Normalität.

Zugleich liegt hier der Knackpunkt: Kaum hat man sich an etwas gewöhnt und einen Weg gefunden, damit umzugehen, gibt es wieder eine Umstellung. Das mag ich gar nicht. Wir wissen zwar, dass die Schulen voraussichtlich ab dem 11. Mai wieder öffnen. In welcher Form ist aber noch unklar. Auch zu den schulischen Betreuungsangeboten wissen wir noch nichts. Diese der Situation geschuldete Ungewissheit empfinde ich als zermürbend – auch wenn ich weiss, dass die Behörden ihr Bestes tun.

In dieser Kolumne beschreiben Zugerinnen und Zuger, wie sich die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf ihren Alltag auswirken.