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Die Facetten der modernen Malerei

In der Shedhalle in Zug präsentieren 14 Zentralschweizer Kunstschaffende ihre aktuellen Arbeiten: Die Ausstellung Magma#2 verdeutlicht die Vielfalt und die Veränderungen des Mediums.
Monika Wegmann
Das Spektrum der Malerei, wie hier die Zylinder von Christian Herter, kennt keine Grenzen – oder doch? (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 9. November 2018)

Das Spektrum der Malerei, wie hier die Zylinder von Christian Herter, kennt keine Grenzen – oder doch? (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 9. November 2018)

Die ehemaligen Fabrikationsräume der Landis & Gyr erweisen sich erneut als idealer Rahmen für die Kunst. So steht in der schlichten hellen Shedhalle jedem der 14 Kunstschaffenden der zweiten Ausgabe der sogenannten «Magma-Triennale» eine grosszügige Fläche zur Verfügung. Am Sanstag ist die Ausstellung eröffnet worden.
Im Zentrum steht die Malerei am Puls der Zeit. Der Aufbruch ist ja bereits lange im Gange, und auch hier in Zug ist es sehr spannend festzustellen, dass dennoch immer wieder neue Impulse in das Medium einfliessen, nicht zuletzt durch die technischen Veränderungen. Die Teilnehmer dieser Gruppenausstellung, die alle drei Jahre vorgesehen ist, beweisen mit ihren Arbeiten ihr Sensorium für die Strömungen der Zeit. Sie loten die Grenzen des Mediums aus. So werden neben den traditionellen Ausdrucksformen der Malerei auch Installationen und Videos gezeigt.

Vielfalt der Stile und Formen

Im Eingangsbereich sind die grossformatigen Arbeiten des Duos Paul Lipp & Reto Leuthold unübersehbar. Die mit Acryl, Spray und Graffiti gefertigten Werke faszinieren durch die Tiefenwirkung der Symbole, Linien und figurativen Motive. Die Serie stellt einen gemalten Dialog dar, eine Reaktion auf die neuesten technischen Entwicklungen, die digitalen Plattformen oder sozialen Netzwerke.

Die gebürtige Luzernerin Pia Fries lebt heute in Düsseldorf. Die ehemalige Meisterschülerin von Gerhard Richter zeigt zwei Malereien auf Holz aus einer Serie, in die sie Vorbilder aus der Kunst und Mythologie integriert. Mit Pinsel und Spachtel modelliert sie die Farben als dreidimensionale Masse über Siebdrucke, welche sie in die Sujets einbindet. Die farbenprächtigen Motive kommen durch die weissen Freiräume besonders zur Geltung. Bei den Werken «Trocknung» der aus Zug stammenden Monika Kiss Horváth geht es um die Wirkung farblicher Sinneseindrücke. Auf rohe Baumwolle hat sie Kombinationen von Tusche geträufelt und den Farben ihren Lauf gelassen. So erzielt sie eine unergründliche Tiefenwirkung. Auch die in Südfrankreich lebende Baslerin Doris Schläpfer überrascht mit ihren Arbeiten, indem sie sogar im Chaos eine Ästhetik entdecken kann.

Mit gläsernen Bildträgern erzielt der Zuger Romuald Etter eine besondere Wirkung. Bei der neuen Serie «Dakar» setzt er seine Malerei mit einem Objekt im Raum fort. Auffallend sind die harmonischen Farben. «Die erdigen Töne sind mir wichtig», sagt er. In den kleinformatigen Aquarellen und Ölbildern der Luzernerin Irene Bisang gibt es allerhand zu sehen. «Es fliesst einfach. Alles entsteht ungeplant. Meine Bilder erzählen Geschichten von Menschen und Tieren aus dem Alltag», so die Künstlerin. Und Beat Bracher, ebenfalls aus Luzern, transferiert figurative Alltagsszenen von Fotos oder aus dem Gedächtnis auf seine Leinwand. Die Serie des Zugers Jonas Burkhalter fordert den Beschauer mit positivem und negativem Bildinhalt heraus. Die Ziffern erinnern an geometrische Berechnungen und sind doch präzis gemalt.

Verbindung von Skulptur und Gemälde

Bei der Zugerin Pascale Birchler befinden sich vor einer 13 Meter langen Wand mit Wolken in Pastellkreide ein träumender Wanderer und eine knieende Frau. «Mit den Treppen ist es fast eine theatralische Szene», sagt die Künstlerin, die figurative Plastiken und Gemälde verbindet.
Der Zürcher Christian Herter indes befasst sich mit dem Recycling von Abfall: Aus Papier- und Kartonschnipseln entstehen Collagen. Und seine wie Plastiken wirkenden Zylinder, die im Ausstellungsraum aufgehängt sind, bewegen sich sanft hin und her. Und der Obwaldner Christian Kathriner arrangiert Holzreste auf ebensolchen Platten zu dreidimensionalen schwarzen Objekten. Als Ersatz für Farbe benutzt Matthias Moos aus Zug Computer und Codes. In einer Box installiert er zwei eindrückliche Videoproduktionen gegenüber. Und Anna-Sabina Zürrer lässt die Besucher durch einen umgebauten LG-Stromzähler per Video durch die Shedhalle wandern.

Der Besucher sollte auch in den hinteren Raum schauen, wo die Luzernerin Sara Gassmann mit Hilfe einer sieben Meter hohen Hebebühne in einem Kraftakt alle Dachfenster mit farbigen Filterfolien abgedeckt hat: So erhält der Raum bei Tageslicht eine sakrale Atmosphäre.
Dem Kurator Patrick Bussmann betont: «Magma ist ein Non-Profit Projekt. Wir möchten die zeitgenössische Kunst im Raum Zentralschweiz fördern und verankern.»

Die Ausstellung Magma#2 läuft bis 28. November, in der Shedhalle, Hofstr. 15, Zug. Die Öffnungszeiten: Do/Fr/Sa 14 - 19 Uhr, So 11 - 17 Uhr. Der Eintritt und das Rahmenprogramm samt Workshops für Schulen sind kostenlos.

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