Die Fans von Zug United sehen zum Meisterschaftsauftakt eine Andersson-Show

Nach einem harzigen Start distanziert Zug United im Schlussabschnitt den HC Rychenberg und gewinnt auch dank eines Hattricks von Neuzugang André Andersson die erste NLA-Partie mit 9:4.

Peter Rohner
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Zugs André Andersson (rechts) steigert sich während der Partie gegen Winterthur merklich.

Zugs André Andersson (rechts) steigert sich während der Partie gegen Winterthur merklich.

Bild: Michael Peter (Zug, 12. September 2020)

Ein bisschen komisch war es schon. Vor der Sporthalle der Kantonsschule in Zug wuselten die Helfer des Heimteams, um die Zuschauer vor dem ersten NLA-Match zu den richtigen Eingängen zu lotsen. Die diversen zu erarbeitenden Schutzkonzepte sahen unterschiedliche Bewegungsrichtungen für Zuschauer und Spieler vor. Der Einlass dauerte wegen der Registrierungspflicht etwas länger als gewohnt, dafür hielt sich der Andrang in Grenzen, weil die Kapazität wegen Covid-19 stark reduziert werden musste.

Der ansonsten lautstarke und zahlreiche Anhang der Gäste aus Winterthur setze sich diesmal aus einer Handvoll Fans mit zwei Trommeln zusammen. Entsprechend mau war der Empfang der beiden Mannschaften, deren Spieler mit Maske aufs Feld marschieren mussten.

Und das Virus bestimmte auch die Aufstellung: Bei Zug United fehlte der Königstransfer Luca Graf. Der Schweizer Nationalverteidiger wurde vom Kanton Zürich in vorsorgliche Quarantäne gesetzt und wird seine Pflichtspielpremiere nun erst am nächsten Wochenende haben – ausgerechnet gegen seinen vorherigen Verein GC.

Schlimme Erinnerungen werden wach

Auf dem Spielfeld selbst kannten die Spieler wenig Berührungsängste und auch wenig Anlaufzeit. Vor allem die Gäste schienen besser bereit. Als die Zuger Neuverpflichtung André Andersson einen Angriff schwungvoll lancieren wollte, stibitzte ihm Jami Manninen den Ball weg, bediente Tobias Studer, der wiederum den vor dem Tor völlig frei stehenden Luca Dall’Oglio fand – 0:1 nach 63 Sekunden – der erste Treffer in der neuen NLA-Saison. Der Zuger Auftritt harzte und liess an den missglückten Auftritt vor zwei Wochen im Supercup gegen Alligator Malans (2:14) erinnern. Die Winterthurer nutzten ihre Überlegenheit im ersten Drittel zum sehenswerten 2:0. Staunender Zuschauer war abermals Zugs Andersson.

Der Schwede legte später jedoch noch genügend Zeugnis ab, weshalb ihn die Zentralschweizer verpflichtet haben. Doch vorerst stand ein Zuger Eigengewächs im Fokus. Von Yannick Schelberts Fuss kullerte der Ball kurz vor der ersten Pause über die Linie zum eher schmeichelhaften 1:2. Im zweiten Drittel – es ging wegen Covid-19 ohne Seitenwechsel weiter – standen die Zuger gefestigter und überrannten die Rychenberger wiederholt mit ihren blitzschnell vorgetragenen Kontern. Andersson düpierte Nationalverteidiger Nils Conrad und glich mit einem platzierten, scharfen Handgelenkschuss aus. Und zu Spielmitte schloss der Zuger Junior Severin Nigg einen Gegenangriff zur erstmaligen Führung ab.

Das Time-out der Gäste kurz darauf verblieb praktisch wirkungslos, vielmehr gelang Adrian Furger im Powerplay noch das 4:2. Doch verfielen die Zentralschweizer zum Ende des zweiten Abschnitts wieder in die Fehler aus dem ersten Drittel. Winterthur nutzte das zu einem herrlich herausgespielten Tor zum 3:4.

Schwedische Dominanz in der Schlussphase

Nur ein Tor Differenz zur zweiten Pause liess beide Trainer die Kräfte konzentrieren – Zug profitierte deutlich stärker davon. Alexander Hallén, der zweite neue Schwede, drückte mit Teamkollege Nigg einen Ball ins Tor. Andersson hatte den Ball in den Slot gespielt. Dann kam dessen grosser Auftritt: Erst traf auf der linken Seite nach vorne sprintend via rechten Innenpfosten. Dann folgte das Tor des Abends: Severin Nigg legte den Ball ab auf Andersson, der sich den Ball zwischen den eigenen Beinen hindurch vorlegte und wuchtig in die nahe Ecke donnerte. Halléns Treffer zum 8:3 in der 51. Minute bedeutete die Vorentscheidung.

Mehr zur NLA-Meisterschaft gibt es hier.

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