Die Zuger FDP möchte ein zweites Kurzzeitgymnasium

In ihrem Postulat schreibt die FDP Fraktion, der Standort Menzingen sei für die Schüler aus Ennetsee schwer erreichbar.

Cornelia Bisch
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Der Regierungsrat habe jüngst kommuniziert, dass die Zuweisungsquote der gemeindlichen Schulen nach der 6. Klasse ans Langzeitgymnasium (LZG) in diesem Jahr 22,9 Prozent betrage und gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen sei, heisst es einleitend im Postulat der FDP Kantonsratsfraktion. «Wir hören von der Bildungsdirektion regelmässig die Klage über eine zu hohe Quote», sagt Peter Letter (FDP), Verfasser der Motion. «Wir sind nicht der Meinung, diese Quote sei zu hoch.»

Tatsächlich bewege sie sich ziemlich genau im Schweizerischen Durchschnitt. «Aber es ist uns aufgefallen, dass die Zuweisungsquoten ans LZG der einzelnen Zuger Gemeinden unterschiedlich sind.» Verhältnismässig viele Zuweisungen erfolgten etwa aus der Stadt Zug (30,9 Prozent) sowie den Gemeinden Baar (29,5 Prozent), Hünenberg (31,7 Prozent), Steinhausen (25 Prozent) und Risch (24,7 Prozent). «Deutlich tiefere Quoten haben wir in Oberägeri mit 15,3 Prozent, in Neuheim mit 15,8 Prozent oder in Menzingen mit 17,1 Prozent.»

Das deute darauf hin, dass die geografische Lage des Kurzzeitgymnasiums (KZG), respektive der lange Schulweg nach Menzingen die Schüler eher davon abhielten, den Weg über die Sekundarschule und dass KZG einzuschlagen. «Stattdessen wechseln sie gleich nach Beendigung der Primarschule ans LZG Zug.» Anders in Dörfern, für die Menzingen gut erreichbar sei. «Starke Schüler aus diesen Gemeinden entscheiden sich häufiger für die Sekundarschule und wechseln allenfalls danach ans KZG.»

Ein zweiter Standort wäre sinnvoll

«Unserer Ansicht nach wäre es deshalb sinnvoll, ein weiteres KZG in Zug anzubieten, das für die Ennetseegemeinden gut erreichbar wäre.» Solange noch kein zweites Langzeitgymnasium gebaut worden sei – denn das könne weitere zehn Jahre dauern – schlage die Fraktion vor, ein zusätzliches Kurzzeitgymnasium an der Kantonsschule Zug zu eröffnen.

«Das hat es früher bereits in etwas anderer Form gegeben.» Die Idee sei nicht, noch mehr Schüler an die Kanti Zug zu holen, sondern lediglich, eine bis zwei Klassen für das KZG einzurichten. «Dann würden vermutlich mehr starke Schüler den Weg über die Sekundarschule wählen. Das würde ihnen den Druck nehmen und die Sekundarschule aufwerten.» Nach Abschluss der Sek seien die Jugendlichen reifer und könnten sich leichter entscheiden, wie ihr künftiger Weg weitergehen solle. «Einige werden sich vielleicht auch für eine Berufsausbildung mit Berufsmatura entscheiden.»

Ein echtes Bedürfnis

Es gehe der Partei nicht darum, einen Lösungsansatz für die Platzprobleme am Gymnasium Zug zu liefern, noch sei das zweite KZG als Ersatz für den Neubau in Ennetsee gedacht, betont Letter. «Wir wollen keine der bestehenden Schulen schlecht reden. Aber das KZG ist ein echtes Bedürfnis, welches in der Region Ennetsee momentan nicht gut abgedeckt ist.» Das zweite KZG könnte laut Letter mit dem Neubau eines LZG in Ennetsee später dorthin verlegt werden.

«Der Initialaufwand dafür, sollte nicht allzu gross sein, und es müsste sich rasch umsetzen lassen.» Eine bis zwei KZG-Klassen könnten innerhalb der Organisation der Kanti Zug eingerichtet werden. «Die Lehrpläne bestehen ja bereits im KZG Menzingen und könnten übernommen werden. Der Kostenaufwand wäre minimal.» Es sei insgesamt nicht mit einem Anstieg der Schülerzahlen zu rechnen, sogar eher mit einem leichten Rückgang in den ersten beiden Klassen des LZG in Zug.