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Hardy Stockers Freude am Klingenspiel

Der heute 79-jährige Hardy Stocker hat die Zuger Fechtszene während über vier Jahrzehnten geprägt. Dem Fechtclub Zug verhalf er zu Ruhm und Ehre.
Martin Mühlebach
Hardy Stocker gab stets das technische und strategische Rüstzeug seinen Schülern mit. (Bild: Stefan Kaiser (Hedingen, 7. November 2018))

Hardy Stocker gab stets das technische und strategische Rüstzeug seinen Schülern mit. (Bild: Stefan Kaiser (Hedingen, 7. November 2018))

Hardy Stocker trat im Alter von 23 Jahren der Fechtgesellschaft Luzern bei. Als der gelernte Fotograf 1965 eine Stelle bei der Stadtpolizei Zürich antrat, wechselte er zum Fechtclub Zürich, wo er dem polnischen Nationaltrainer Skudlik über die Schultern blickte und sich von ihm als Fechtlehrer ausbilden liess. Als er danach den Ungaren Ferenc Gombey in Anfängerkursen assistierte, bekundete der Fechtclub Zug im Jahr 1972 das Interesse, ihn zu engagieren.

Der heute 79-Jährige sagte den Zugern: «Ihr habt eine falsche Vorstellung von mir. Ich wurde bloss angelernt, ich bin kein Maître.» Und weiter: «Ich forderte die Zuger auf, eine Delegation zu entsenden, die mir beim Trainieren zuschauen und danach entscheiden soll, ob ich für sie der richtige Mann sei.» Da der Fechtclub Zug nur über zwei Junioren und drei Senioren verfügte, habe er gesagt, so mache ein Engagement keinen Sinn. Um effektiv arbeiten zu können, brauche er mindestens 15 junge Fechtschüler. Nach drei Monaten sei die geforderte Anzahl Schüler auf der Matte gestanden. Stocker fügt hinzu: «Es fanden keine Honorarverhandlungen statt. Ich erhielt eine bessere Spesenentschädigung, und ich habe bis auf den heutigen Tag nie mehr verlangt, denn Fechten war und ist mein Hobby.»

Gegen 100 Schweizer-Meister-Titel

Die Anstellung des «bloss» angelernten Fechtlehrers löste heftige Reaktionen aus. Verschiedene Fechtclubs beschieden den Zugern: «Ihr könnt doch keinen Amateur einstellen, ihr braucht einen Maître.» Die kritischen Stimmen verstummten, als die Zuger schon bald gute Resultate erzielten. Doch die Fechtakademie akzeptierte Stockers unkonventionelle Trainingsmethoden nicht. Er erzählt weiter: «Die Akademie verlangte Florettfechten als Grundausbildung und einen geraden Griff statt einem anatomischen. Ich tat es umgekehrt, was heutzutage selbstverständlich ist.»

Im Verlauf seiner Trainertätigkeit heimsten Stockers Schützlinge im Alter von 10 bis 20 Jahren in diversen Kategorien gegen 100 Schweizer-Meister-Titel ein. Diese Erfolge trugen dem Fechtclub Zug Ruhm und Ehre ein. Hardy Stocker verrät: «In den 1990er-Jahren war Sandro Zorcenone, der sowohl im Degen- als auch im Florettfechten mehrfach Schweizer Meister wurde. Heute ist die 18-jährige Manon Emmenegger unser Aushängeschild.»

Das Glücksgefühl eines gelungenen Treffers

Wenn man Freude am Fechten und Freude am Klingenspiel habe, käme der Erfolg von selbst. Einen gelungenen Treffer zu setzen, löse ein unglaubliches Glücksgefühl aus, sagt Stocker. Er ergänzt: «Die Faszination des Fechtens besteht darin, den Gegner mit einer ausgefeilten Technik zu überlisten, ohne selbst überlistet zu werden. Es ist eine Auseinandersetzung mit einem Gegner, der genau das Gleiche will wie du.» Hardy Stocker, selbst fünffacher Stadtzürcher Florett- und Degenmeister, betont, er hätte mindestens zehn Jahre früher zu fechten beginnen müssen, um international bestehen zu können.

Dafür hat Stocker als Fechtlehrer eine äusserst beeindruckende Karriere hingelegt. Nach seinem Erfolgsrezept gefragt, sagt er schlicht und einfach: «Ich hatte immer viel Freude, meinen Schülern eine Fähigkeit zu vermitteln, die ihnen ebenfalls Freude macht. Ihnen das technische und strategische Rüstzeug mitzugeben, mich bezwingen zu können, war stets mein Ziel.» Getreu nach dem chinesischen Sprichwort: «Schlägt der Schüler den Fechtmeister nicht, hat der Fechtmeister einen Fehler gemacht.»

Ausgezeichnet mit dem Prix-Panathlon

Ebenso wichtig wie die Vermittlung der technischen und strategischen Fähigkeiten, erachte er die Vermittlung mentaler Stärke. Ein guter Fechter müsse immer einen kühlen Kopf bewahren und seine Emotionen im Griff haben. Wenn der Gegner besser sei, müsse man die Grösse aufbringen, eine Niederlage zu akzeptieren und dem Gegner zum Sieg gratulieren, erklärt der 79-Jährige.

Hardy Stocker, der seine Trainertätigkeit heute wegen einer akuten Nervenerkrankung nicht mehr ausüben kann, wurde mit dem Prix-Panathlon ausgezeichnet. Dieser Preis wurde ihm zu Recht für seine besonderen Verdienste in der Nachwuchsförderung verliehen.

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