Kolumne
Seitenblick: Die fünf lustigen Vögel

Unsere Co-Chefredaktorin hält Hühner. Das sorgt für Leben rund ums Haus.

Rahel Hug
Rahel Hug
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Sie zu beobachten, macht richtig Spass, sie sind grundsätzlich total unkomplizierte Zeitgenossen, und das Beste: Sie legen fast jeden Tag frische Eier, die vorzüglich schmecken. Die Rede ist von den fünf Hühnern, die seit letztem Jahr zu unserem Haushalt gehören. Im Garten geniessen sie einen komfortablen Auslauf, nächtigen tun sie im Schopf auf ihrer Stange. Es scheint den schwarzen Hennen zu gefallen bei uns. Besonders wenn es etwas Frisches aus der Küche gibt, kommen sie angerannt, als wäre Weihnachten und Ostern gleichzeitig. Apfelschalen, alte Cornflakes oder verkochte Spaghetti: Unsere Appenzeller Spitzhauben sind wunderbare Resteverwerter.

Doch Hühner zu halten, bringt auch die eine oder andere kleine Herausforderung mit sich. Die gefiederten Freundinnen können ziemlich laut sein. Einiges lauter als gedacht, denn aus einem bestimmten Grund haben wir schliesslich keinen Güggel angeschafft. Bei der Dämmerung geht das Fünfergespann brav zu Bett. Weil die Automatik des kleinen Stalltürchens nicht mehr funktioniert, müssen wir die Klappe manuell schliessen. Wer öfter unterwegs ist, kann sich vorstellen, was das Problem ist: «Ups, da war ja noch das Hühnertürchen.» Seit der ersten Begegnung mit dem Fuchs nehmen wir diese Aufgabe aber sehr ernst. Glücklicherweise ist nichts passiert – die Hühner hatten den Schock schnell verdaut.

Wo Hühnerkörner lagern, sind auch Mäuse nicht weit. Das Futter lockte also auch andere – unerwünschte – Untermieter an. Da half es nicht einmal, den Futtersack in einer Plastikkiste zu verstauen: Ein besonders freches Exemplar hat ein Loch geknabbert und so den Weg zu den Körnern trotzdem gefunden. Und: Was macht man eigentlich, wenn ein Huhn plötzlich ein Ei ausbrüten will und drei Wochen lang den Platz nicht verlässt? Die einfache Antwort lautet: nichts. Es heisst ganz einfach abwarten. Zu guter Letzt ist da noch Nachbars Salat, der für eine der fünf Hennen eine derart grosse Verlockung darstellt, dass sie immer wieder ausbüxt. Die Übeltäterin zu identifizieren, ist gar nicht so einfach, da sie alle zum Verwechseln ähnlich aussehen (und deshalb auch keine Namen tragen).

Eines steht fest: Es bleibt spannend mit den fünf lustigen Vögeln.

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