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Verbindungsweg Städtlerwald: Die Gegner wohnen angeblich zu weit weg

Aller Voraussicht nach wird in einem Jahr der direkte Weg vom Städtlerwald zum Gebiet Pfad gebaut sein. Der Gemeinderat hat den drei Parteien, die jenen bekämpfen, die Legitimation zur Einsprache aberkannt.
Raphael Biermayr
Dieser Weg soll über das Feld in Richtung Wald weitergeführt werden. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 8. März 2019))

Dieser Weg soll über das Feld in Richtung Wald weitergeführt werden. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 8. März 2019))

Der Verbindungsweg zwischen dem Städtlerwald und dem Quartier Pfad in Cham dürfte gebaut werden. Der Chamer Gemeinderat hat am 26. Februar entschieden, dass die drei Gegner nicht zur Einsprache legitimiert seien. Dies, wie aus den unserer Zeitung vorliegenden Dokumenten hervorgeht, weil sie sinngemäss zu weit weg wohnen würden und deshalb nicht eine «besondere Beziehungsnähe» zum geplanten Weg hätten, wie es auf Gerichtsdeutsch heisst. Deshalb könnten sie nicht darlegen, dass sie stärker als die – den Weg unterstützende – Allgemeinheit davon beeinträchtigt wären. Der Beschluss des Gemeinderats stützt sich auf ein Verwaltungsgerichtsurteil aus St. Gallen sowie ein Bundesgerichtsurteil.

Zwei Einsprecher – es handelt sich um Ehepaare – wohnen tatsächlich rund 2 Kilometer vom geplanten Weg des Anstosses entfernt. Einer aber wohnt in der Nachbarschaft, Robert Stierli. Er sagt ernüchtert: «Ich bin frustriert. Doch weiterkämpfen werde ich nicht mehr.»

Stierli spricht den langen Weg an, den die Pläne für diesen nicht einmal 150 Meter langen und 2,5 Meter breiten Kiesweg bisher genommen haben. Es lagen gleich drei Baugesuche dafür auf. Beim ersten, im Herbst 2017, intervenierte der Kanton, weil der Wildwechsel von der Streckenführung beeinträchtigt werde: Die Tiere nutzen die Überführung vom Städtlerwald her über die Autobahn in Richtung Pfad, wo sie Unterschlupf in einem kleinen Waldstück finden. Dieses soll nun für den Weg teilweise gerodet werden. Der Kanton äusserte vor dem Hintergrund des Wildtierschutzes überdies grundsätzliche Bedenken, ob es den Weg überhaupt braucht. Denn es besteht bereits ein Weg. Dieser führt allerdings um das Feld herum, was einen Umweg von ungefähr 500 Metern bedeutet.

Doch die Gemeinde hielt an ihrem Wunsch fest, die direkte Verbindung sei Teil des sogenannten Langsamverkehrskonzepts und ausserdem im Rahmen der Ortsplanung von der Bevölkerung gewünscht worden. Darüber hinaus hat die Waldgenossenschaft Städtli für die forstrechtliche Nutzung Interesse daran. So wurde Ende Juni 2018 das überarbeitete Baugesuch aufgelegt, gegen das Stierli und die zwei Ehepaare Einsprache erhoben. Schon damals sprach der Gemeinderat ihnen die Legitimation dazu ab.

«Aus formellen Gründen», wie es in den erwähnten offiziellen Dokumenten heisst, musste das Baugesuch Ende August nochmals aufgelegt werden, diesmal mit dem Gesuch um die Rodung von 142 Quadratmetern Wald, die an anderer Stelle aufgeforstet werden. Die zuständige kantonale Direktion des Innern erteilte Ende November grünes Licht dafür. Kurz vor Weihnachten gab schliesslich auch das Amt für Raumplanung seinen Segen dazu.

Der Kampfeswille ist grösstenteils erlahmt

Für die Einsprecher besteht nun noch die Möglichkeit, Ver­waltungsbeschwerde gegen den – eingangs erwähnten – Entscheid des Gemeinderats zu erheben. Der Vorkämpfer Robert Stierli mag, wie dargelegt, nicht mehr. Von den beiden Ehepaaren klingt es auf Nachfrage ähnlich. Ein Vertreter davon, Josef Hürlimann, sagt: «Ich werde bald 90. Wäre ich 20 Jahre jünger, würde ich sofort die Initiative ergreifen. Wenn jemand anders das tut, würde ich aber mitmachen – denn dieser Weg ist und bleibt unsinnig.» Auch die anderen Einsprecher erachten den Weg als grundsätzlich unnötig und ausserdem störend für das Wild.

Gesetzt den Fall, dass keine Beschwerden eingehen, wird der Bau des Wegs nach Angaben der zuständigen Chamer Verwaltungsabteilung im Januar oder Februar 2020 beginnen und soll bis im März abgeschlossen sein. Der seit Beginn veranschlagte Kostenrahmen von 40000 Franken könnte eingehalten werden.

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