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Die Gesichter von Ostern

Seitenblick
Andreas Faessler
Andreas Faessler. (Bild: Andreas Faessler (Neue Zuger Zeitung))

Andreas Faessler. (Bild: Andreas Faessler (Neue Zuger Zeitung))

Wie doch die exponierten Köpfe dieser Welt immer wieder als Vorlage für verkaufsfördernde Massnahmen dienen. Und soeben prallt Aktualität auf Aktualität: Das Gesicht von Ostern trägt die Züge von den gegenwärtig hochgejubelten Stars und Sujets aus der Unterhaltungs- und anderen Branchen. So findet man im Sortiment von hiesigen Confiserien – wir berichteten am Donnerstag in dieser Zeitung – einschlägig thematische Osternaschereien: ein Andreas-Gabalier-Häschen, ein selbiges im EVZ- oder Spiderman-Look, und neben einem sexy Sado-Maso-Bunny à la «Fifty Shades of Grey» findet sich sogar eine Donald-Trump-Osterente mitsamt alberner Frisur – aus Marzipan.

Aus meiner Kindheit kenne ich solche Kreationen nicht. Da gab es hauptsächlich die vorschablonierten Standard-Hasen in unterschiedlichen Grössen, deren rabiate Pulverisierung das Spassigste am Ganzen war. Die Schokohasen-Parodien einfallsreicher Confiseure finde ich putzig und amüsant, auch wenn sich der Mehraufwand meines Erachtens unverhältnismässig in einem Vielfachen des Preises eines herkömmlichen Oster­hasen niederschlägt.

Etwas ambivalent sehe ich Vorlagen politischen Kontextes wie in diesem Fall der amtierende US-Präsident. Dass sich seine unverkennbare Erscheinung bestens für eine österliche Schoko-Karikatur eignet, liegt auf der Hand. Aber ob ich der Donald-Ente genüsslich die Haare vom Kopf knabbern könnte? Schliesslich finde ich den Kerl alles andere als süss – schon wegen all seiner ethisch-moralischen Griffe ins Klo. Ich würde mit der Trump-Ente wohl verfahren wie mit Tintenfisch. Diesen ess ich gerne, aber nur dann, wenn ich nicht mehr sehe, was es ist – mit all den glibberigen Tentakeln und so. Wenn ich also die Trump-Ente bis zur Unkenntlichkeit zurichte, dann schmeckt mir vielleicht auch die.

Frohe Ostern!

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

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