Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Die grösste Waffe der Zuger Polizeihunde ist die feine Nase

Die Polizeihunde der Zuger Polizei sind äusserst erfolgreich – dahinter steckt viel Arbeit für die Hundeführer und die Vierbeiner.
Andrea Muff

Kurz die Nase in die Luft und los geht’s: Die 7-jährige Hündin Deluxe hat die Sucharbeit an den Gleisen auf dem Trainingsgelände in Rotkreuz aufgenommen. Zielsicher erschnüffelt sie die versteckten Drogen: Ob in einem Metalleimer, zwischen den Tankschläuchen, auf dem Dach der Tankanlage oder bei einem Baum zwischen den Rinden, die Belgische Schäferhündin findet alles innert Kürze. Sie ist Betäubungsmittelspürhündin und erfolgreich. Was sie hier bei einer Trainingseinheit zeigt, hat sie dieses Jahr bereits mehrmals unter Beweis gestellt.

Die Belgische Schäferhündin «Deluxe» erschnüffelt Betäubungsmittel. (Bild: Patrick Hürlimann, Rotkreuz, 17. Oktober 2019)

Die Belgische Schäferhündin «Deluxe» erschnüffelt Betäubungsmittel. (Bild: Patrick Hürlimann, Rotkreuz, 17. Oktober 2019)

Im Juni fand die Hündin bei einer Hausdurchsuchung Kokain und Bargeld. Denn in diesem Jahr lernte Deluxe auch das Erschnüffeln von Notengeld. «Wir freuen uns natürlich, dass beides so gut funktioniert», sagt ihr Hundeführer. Er trainiert mit der Hündin 2- bis 3-mal pro Woche. Deluxe ist wie die meisten Polizeihunde ein Familienhund.

Der Einsatz bei einer Einbruchmeldung

«Momentan haben wir bei der Zuger Polizei sechs einsatzfähige Schutzhunde, zwei Betäubungsmittelspürhunde, einen Notengeldspürhund sowie drei Junghunde in Ausbildung», zählt Samuel Sommer auf. Er ist technischer Leiter der Sondergruppe Polizeihundeführer und selber Hundeführer – bei der Zuger Polizei ist das Führen eines Diensthundes eine Nebenfunktion. Bei zwei Hunden der Staffel handle es sich sogar um sogenannte Dualhunde. Das heisst, sie sind in zwei verschiedenen Gebieten ausgebildet, wie Deluxe, die Betäubungsmittel und Notengeld aufspüren kann. Generell eignen sich die Rassen Belgischer und Deutscher Schäferhund besonders für den Einsatz als Polizeihund, jedoch gibt es bei der Zuger Polizei auch einen Riesenschnauzer – der dreineinhalbjährige Harvey.

Er gehört zu Polizeihundeführer Samuel Sommer und ist als Schutzhund ausgebildet. «Ein Schutzhund ist eigentlich der klassische Polizeihund. Er begleitet uns bei Fusspatrouillen, Personenkontrollen, Einbruchalarmen und Ordnungsdiensteinsätzen», zählt Sommer auf. Die Hunde durchsuchen Gebäude, Fahrzeuge oder das Gelände nach flüchtenden oder vermissten Personen. Sie finden auch verlorene oder weggeworfene Gegenstände, wie etwa Diebesgut, Tatwaffen oder -werkzeuge.

Riesenschnauzer Harvey verzeichnet für dieses Jahr ebenfalls einen Erfolg: Ende Januar erschnüffelte er in der Nähe eines Einbruchs ein gestohlenes Portemonnaie. Auf dem Trainingsgelände in Rotkreuz gibt er nun von seinem Können eine Kostprobe und trainiert den Einsatz bei einer Einbruchmeldung. Felicia Bucher, Mitarbeiterin bei der Medienstelle der Zuger Polizei, meldet sich freiwillig als «Köder». Sie versteckt sich in einer Holzkiste im Keller eines Gebäudes, wo sie Harvey finden soll. «Hier ist die Polizei. Kommen Sie raus oder wir schicken den Hund», schreit Sommer von der Türe aus in die dunklen Räume. Das sei das normale Vorgehen, denn manchmal genüge das Abmahnen und die mutmasslichen Einbrecher würden sich freiwillig ergeben, erklärt Sommer. Sobald er Harvey loslässt, düst dieser los und durchsucht in Windeseile die verschiedenen Räume. Nach wenigen Sekunden gibt er ein scharfes Bellen von sich. Um aber ganz sicher zu sein, rennt er auch noch durch die anderen Räume, bevor er vor einer Kiste stehen bleibt. Er bellt und kratzt daran. Das ist das Zeichen, dass jemand dort drin sein könnte. Und richtig: Nachdem Sommer den Riesenschnauzer festhält, öffnet Felicia Bucher den Holzdeckel und gibt dem Riesenschnauzer seine «Beisswurst» als Belohnung.

Riesenschnauzer «Harvey» von Samuel Sommer findet eine versteckte Person und bekommt die «Beisswurst» als Belohnung. (Bild: Patrick Hürlimann, Rotkreuz, 17. Oktober 2019)

Riesenschnauzer «Harvey» von Samuel Sommer findet eine versteckte Person und bekommt die «Beisswurst» als Belohnung. (Bild: Patrick Hürlimann, Rotkreuz, 17. Oktober 2019)

Nach zehn Dienstjahren gehen sie in Pension

Für die Polizeihunde sei die Aufgabe nach Personen, Gegenständen, Notengeld oder Betäubungsmittel zu suchen, ein Spiel, erklärt Sommer. Nach einem erfolgreichen Fund erhalten die Tiere als Belohnung ihr Spielzeug. «Das ist unsere Philosophie. Wir erarbeiten die Fähigkeiten auf eine spielerische Art», sagt der Technische Leiter. Die Hunde werden bereits als Welpe an die Aufgaben herangeführt. Nach ungefähr drei Jahren ist der Vierbeiner ausgebildet und muss danach jedes Jahr die Schweizerische Verbandsprüfung absolvieren. Sommer weiss: «Die Ausbildung eines Diensthundes braucht zudem viel Geduld, Durchhaltewillen, Hartnäckigkeit und Fleiss.» Ein Polizeihund leiste im Normalfall zehn Dienstjahre. Harvey und Deluxe haben also noch einige, hoffentlich erfolgreiche, Einsätze vor sich, bevor sie in Pension gehen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.