Die grünen Farbtupfer in der Altstadt

Am Wochenende hat der 10. Zentralschweizer Bio-Markt stattgefunden. Vom Wetter liessen sich die mit Regenschutz und Gummistiefel gewappneten Besucher nicht abschrecken.

Nadine Wyss
Drucken
Teilen
Geschäftiges Treiben am Bio-Markt in Zug. (Bild: Maria Schmid (1. September 2018))

Geschäftiges Treiben am Bio-Markt in Zug. (Bild: Maria Schmid (1. September 2018))

An der Seepromenade war am Samstagmorgen buntes Treiben auszumachen. Dies ist soweit nicht unüblich, findet doch jeden Samstag auf dem Landsgemeindeplatz der traditionelle «Altstadtmärt» statt. Dieses Wochenende war die Szenerie jedoch eine etwas andere.

Während sich See und Wetter grau in grau präsentierten, waren vielerorts grüne Farbtupfer auszumachen. Das Bio-Logo war an den 80 Marktständen allgegenwärtig. Dabei war es den Organisatoren ein Anliegen, auch Produzenten mit kleiner Auswahl eine Plattform zu bieten. «Sie haben die Möglichkeit, bei einem Gemeinschaftsstand mitzumachen», erklärte Peter Waltenspül, Präsident von Bio Zug.

Das Tierwohl steht an erster Stelle

Die Besucher waren anfangs noch klar in der Minderzahl. Stammkunde Reinhard Zimmermann aus Baar kam dies gelegen. So konnte er in Ruhe seine Einkäufe erledigen, ohne anstehen zu müssen. «Ich bin regelmässig hier und kenne sie alle. Kennen sie die Schafprodukte vom Stand gegenüber schon? Die sind himmlisch», war sein Kommentar.

In der Tat konnte man sich am Samstagmorgen beim Flanieren Zeit lassen, sich gar mit den Bio-Bauern auf ein Gespräch einzulassen. Interessant war zu erfahren, dass Kühe mit Hörner im Laufstall rund 50 Prozent mehr Platz benötigen, oder dass beim Ueli-Hof die Tiere von einer Betreuungsperson in den nah gelegenen Schlachthof begleitet werden. Wird ein Nutztier krank, greift der Bio-Bauer nicht zu Antibiotika, sondern zum Globuli.

Kürbissuppe für die Kundschaft

Edith Halter vom Chripfelihof aus Edlibach betonte, dass ihr das kühle Nass nichts ausmachen würde. Für ein kleines Aufwärmen wollte sie trotzdem sorgen und kochte für ihre Kundschaft eine Kürbissuppe. «Der Potimarron eignet sich sehr gut. Ich koche ihn jeweils gleich mit der Schale.» Im nah gelegenen Zelt konnten sich die Besucher über Dessertspezialisten aus der Zentralschweiz freuen. Neben Luzerner Lebkuchen und Urner Pastete durfte die Zuger Kirschtorte nicht fehlen. Auch für Unterhaltung war gesorgt. Neben diversen musikalischen Einlagen wurde für die Kinder eigens eine «Spielemeile» eingerichtet. Werbung für Lama-Trekking machten die beiden anwesenden Lamas «Luano» und «Zeus». Auf die Frage, ob Lama denn spucken würde, konnte Oliver Ambauen aus Giswil beruhigen: «Nur wenn man sie schlecht behandelt.»

Wenn man mit den Bio-Bauern spricht, scheint eines klar zu sein. Die Biobauern arbeiten mit der Natur, nicht gegen sie. Auf den Umstand angesprochen, dass Bio-Produkte oft teurer erscheinen als konventionelle Produkte, antwortete Peter Waltenspül: «Kostenwahrheit wäre, wenn man bei konventionellen Produkten die zu beseitigenden Schäden dazurechnen würde. Dann sähe das anders aus.»